Speedcubing-Premiere in MV: Nach Corona-Explosion feiert Schwerin erste Meisterschaft
Speedcubing-Premiere in MV: Schwerin feiert erste Meisterschaft

Speedcubing-Premiere in Mecklenburg-Vorpommern: Schwerin Open 2026 begeistert internationale Szene

Ein leises Klacken erfüllt den Raum, während Finger in atemberaubendem Tempo über bunte Würfel fliegen. Konzentrierte Blicke folgen jeder Bewegung, die Zeitmessung läuft unerbittlich mit. Am 21. und 22. Februar verwandelte sich die Niels-Stensen-Schule in Schwerin zum Epizentrum einer besonderen Sportart: Mit den Schwerin Open 2026 feierte Mecklenburg-Vorpommern seine erste offizielle Speedcubing-Meisterschaft – ein lang ersehntes Ereignis für die norddeutsche Szene.

Von der Pandemie-Pause zum Boom: Nachfrage explodiert regelrecht

Was einst als buntes Geduldsspiel begann, hat sich seit den 1980er-Jahren zu einer weltweiten Wettkampfszene entwickelt. Nach einer längeren Pause starteten 2003 wieder Weltmeisterschaften im Speedcubing, seitdem wächst die Community kontinuierlich. „Nach Corona ist die Nachfrage regelrecht explodiert“, berichtet Heike Zbierski, eine der Organisatorinnen der Schwerin Open. Heute gebe es deutschlandweit bis zu 40 Wettbewerbe pro Jahr, manche seien sogar innerhalb weniger Minuten ausgebucht.

Für viele der 82 Teilnehmer aus neun Ländern – darunter Deutschland, Polen, China, Frankreich, Israel, Italien, Ecuador, Russland und die Ukraine – ist das Schwerin Open gleichzeitig sportliche Herausforderung und wichtiger Treffpunkt der Szene. „Wir wollten schon lange einen Wettbewerb hierher bringen“, erklärt Zbierski. Denn obwohl das Interesse seit Jahren wächst, blieb der Norden Deutschlands bisher unterrepräsentiert.

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Was ist Speedcubing? Präzision, Technik und persönliche Bestleistungen

Speedcubing bezeichnet das möglichst schnelle Lösen von Zauberwürfeln unter strengen Wettkampfbedingungen. Die Teilnehmer bringen ihre eigenen Würfel mit, Zeiten werden mit speziellen Wettkampf-Timern gemessen und von Schiedsrichtern der World Cube Association (WCA) bestätigt. Das Spektrum der Disziplinen ist beeindruckend vielfältig:

  • Klassische 3x3-Würfel bis hin zu größeren Varianten mit 6x6 oder 7x7 Ebenen
  • Blind-Lösen mit verbundenen Augen
  • Einhand-Lösen mit nur einer Hand
  • Ungewöhnliche Puzzleformen wie die Rubik’s Clock oder der Square-1

In den meisten Disziplinen haben die Teilnehmer mehrere Versuche. Je nach Kategorie werden fünf Durchgänge gewertet, wobei die beste und schlechteste Zeit gestrichen werden – oder es zählt der Durchschnitt aus drei Versuchen. Die technische Entwicklung hat das Sportgerät revolutioniert: Moderne Würfel sind magnetisch, individuell einstellbar und technisch deutlich präziser als ihre Vorgänger.

Spannende Finale und persönliche Rekorde bei den Schwerin Open

Am Samstag ging es bei den größeren Würfeln zur Sache. Im Finale des 6x6-Würfels setzte sich Balder Henke mit einer Durchschnittszeit von rund eineinhalb Minuten durch und stellte dabei eine persönliche Bestleistung auf. Leonard Maas folgte ebenfalls mit neuer Bestzeit. Auch beim noch größeren 7x7-Würfel blieb es spannend: Henke gewann erneut, während Anton Schröder seine persönliche Rekordzeit verbesserte.

Auch Organisatorin Heike Zbierski, die seit 2009 selbst aktiv ist, konnte sich verbessern: Ihre persönliche Bestzeit im 3x3-Würfel lag bisher bei 1 Minute 10 Sekunden – am Samstag gelang ihr eine Zeit von 1 Minute 6 Sekunden. „Erste werde ich heute nicht“, sagt sie lachend. „Aber meine eigene Bestzeit zu knacken, das ist mein Ziel.“ Genau darum gehe es vielen Teilnehmern: nicht primär um Podestplätze, sondern um kontinuierliche persönliche Entwicklung.

Gemeinschaftsprojekt mit Zukunft: Schwerin könnte fester Wettkampfort werden

Die Schwerin Open zeigten deutlich, dass Speedcubing längst mehr ist als ein Nischenhobby. Viele Teilnehmer reisen regelmäßig quer durch Deutschland zu Wettbewerben – „heute finden fast jedes Wochenende Wettkämpfe statt“, erzählt Zbierski. Gleichzeitig bleibt jeder Wettbewerb ein Gemeinschaftsprojekt: Viele Aktive helfen selbst als Schiedsrichter oder Unterstützer mit, damit der Ablauf reibungslos funktioniert.

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Neben dem Wettbewerb gab es auch die Möglichkeit, Zauberwürfel und Zubehör direkt vor Ort zu erwerben – ein wichtiger Aspekt für die stetig wachsende Community. Nach der gelungenen Premiere könnte Schwerin künftig regelmäßig Teil des Wettkampfkalenders werden. „Geplant ist, jedes Jahr wiederzukommen“, so Zbierski. Die erste Speedcubing-Meisterschaft in Mecklenburg-Vorpommern hat damit nicht nur sportliche Höchstleistungen geboten, sondern auch den Grundstein für eine feste Tradition in der Landeshauptstadt gelegt.