Spritpreise knacken 2-Euro-Marke: Tankstellenpächter in Vorpommern bekommen Kundenärger zu spüren
Die Reaktionen seiner Kunden kann Tankstellenpächter Dirk Hackbarth aus Altentreptow in Mecklenburg-Vorpommern nur zu gut nachvollziehen. Doch gleichzeitig muss er um Verständnis werben. „Auf diese Preise haben wir keinen Einfluss, die werden von den Mineralölfirmen bestimmt“, betont er mit Blick auf die aktuellen Benzin- und Dieselpreise. Seit dem Krieg im Nahen Osten steigen die Kraftstoffkosten deutschlandweit an fast allen Tankstellen kontinuierlich an. Zuletzt wurde die psychologisch bedeutsame 2-Euro-Marke vielerorts bereits überschritten.
Drei Tankstellen im Osten Mecklenburg-Vorpommens betroffen
Insgesamt führt Dirk Hackbarth drei Tankstellen im Osten des Bundeslandes, jeweils eine in Altentreptow, Anklam und Pasewalk. An den Preisen, die dort für Kraftstoff verlangt werden, kann er selbst kaum etwas verändern, wie er deutlich macht. Der Pächter weiß, dass viele Kunden derzeit lautstark über die hohen Kosten schimpfen. Zwar existiert eine Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt, die es Verbrauchern ermöglicht, die aktuellen Kraftstoffpreise an deutschen Tankstellen zu vergleichen. Doch der praktische Nutzen für Autofahrer bleibt oft begrenzt. Wer fährt schon lange Strecken und verbraucht dabei zusätzlichen Sprit, um pro Tankfüllung lediglich einige Cent zu sparen?
Preisunterschied zu Polen nimmt wieder zu
Gerade in der Grenzregion Vorpommern spürt der Tankstellenpächter die Konkurrenz aus dem Nachbarland Polen deutlich. „Im vergangenen Jahr waren deren Preise etwa gleich hoch wie in Deutschland“, schildert Dirk Hackbarth die Entwicklung. „Anfang des Jahres wurden Kraftstoffe in Polen wieder etwas günstiger, insbesondere Diesel. Und mit Ausbruch des Krieges im Nahen Osten zeigen sich nun erhebliche Unterschiede in den Preisen.“ Allerdings lässt sich diese Diskrepanz nicht ausschließlich mit den globalen Konflikten erklären.
CO₂-Steuererhöhung als weiterer Preistreiber
Ein zusätzlicher Grund, warum seit Jahresbeginn der Preisunterschied zu Polen wieder größer geworden ist, stellt die Erhöhung der CO₂-Steuer dar. Dies bestätigt auch ADAC-Sprecher Andreas Hölzel. „Zugleich existieren zahlreiche Länder, in denen das Tanken deutlich teurer ist als in Deutschland. Das liegt an den unterschiedlichen Steuer- und Abgabesystemen“, erläutert er. „Die Erhöhung der CO₂-Abgabe zu Jahresbeginn hat die Kraftstoffpreise in Deutschland um rund drei Cent steigen lassen. Insgesamt macht die CO₂-Abgabe damit bei Benzin etwa 17 Cent je Liter und bei Diesel knapp 19 Cent aus.“
Hohe Preise belasten insbesondere Pendler
Für die Mitarbeiter an den Tankstellen gestaltet sich diese Situation alles andere als einfach, denn die hohen Kraftstoffpreise erschweren vielen Kunden das Leben erheblich. „Vor allem Pendler leiden unter den hohen Preisen“, weiß Dirk Hackbarth aus täglicher Erfahrung. „Manche Kunden kommen herein und beschweren sich lautstark über die Kosten. Glücklicherweise erkennen die meisten jedoch an, dass wir persönlich nichts dafür können.“
Preissteigerungen betreffen auch andere Waren
Doch die Teuerungswelle beschränkt sich keineswegs nur auf Benzin und Diesel, wie der Tankstellenpächter betont. Alles werde teurer und die unsichere weltpolitische Lage trage nicht dazu bei, dass sich die Situation verbessere. „Auch in unserem Shop bemerken wir die Auswirkungen. Allein schon deshalb, weil Lieferanten kontinuierlich ihre Preise erhöhen.“ Insbesondere für Menschen mit einem geringen Einkommen ergeben sich daraus finanzielle Schwierigkeiten, zeigt Hackbarth Verständnis für seine Kunden.
Auch Neubrandenburg von Preisanstieg betroffen
Selbst in Neubrandenburg sind die Preise für Diesel und Benzin an den Tankstellen zuletzt deutlich gestiegen. „Wir beobachten lediglich die aktuellen Entwicklungen und Situationen“, antwortet der Neubrandenburger SB-Tankstellenleiter Thomas Müller auf eine entsprechende Anfrage. Mehr könne er zu dem brisanten Thema nicht sagen. Die Situation bleibt somit angespannt, während die Tankstellenpächter zwischen den Erwartungen der Kunden und den Vorgaben der Mineralölkonzerne stehen.



