Bundespräsident Steinmeier verlegt Amtssitz für drei Tage nach Stralsund
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist zu einem dreitägigen Aufenthalt in Stralsund angekommen und hat damit seine Amtsgeschäfte vorübergehend in die Hansestadt verlegt. Pünktlich um 11.37 Uhr traf das Staatsoberhaupt mit dem ICE namens Fulda aus Berlin kommend im Stralsunder Bahnhof ein, wo ihn Oberbürgermeister Alexander Badrow von der CDU herzlich empfing. Anschließend begleitete der Bürgermeister den Bundespräsidenten bei einem ausgedehnten Spaziergang durch die historische Innenstadt von Stralsund, der zahlreiche Begegnungen mit Bürgerinnen und Bürgern ermöglichte.
Ortszeit Deutschland: Achtzehnte Station der Präsidenten-Reihe
Der Besuch in Stralsund markiert die achtzehnte Station der Reihe Ortszeit Deutschland, mit der das Bundespräsidialamt Regionen jenseits der Hauptstadt Berlin oder anderer Metropolen näher kennenlernen möchte. Bis einschließlich Donnerstag will Steinmeier seine offiziellen Aufgaben von Stralsund aus wahrnehmen und dabei intensiven Kontakt zur lokalen Bevölkerung suchen. Auf dem lebhaften Wochenmarkt suchte der Bundespräsident das direkte Gespräch mit Markthändlern und Markthändlerinnen, wobei ein Obst- und Gemüsehändler die aktuell hohen Spritpreise als besondere Herausforderung benannte.
Spontane Selfies und politischer Austausch mit Bürgern
Das erste offizielle Selfie mit dem Bundespräsidenten in Stralsund ergatterte der 28-jährige Nico Gertler, der eigens aus Berlin angereist war. Gertler, der sich ehrenamtlich für die CDU engagiert, äußerte sich sehr zufrieden über die Begegnung. Bundespräsident Steinmeier scherzte dazu, dass Gertler auch dann ein Foto erhalten hätte, wenn er unzufrieden gewesen wäre. Aus solchen spontanen Begegnungen schöpfe er selbst Kraft für die mitunter anstrengende politische Arbeit, betonte Steinmeier. Ein weiterer Passant bat ebenfalls erfolgreich um ein Selfie, mahnte jedoch humorvoll zur Eile: „Aber bitte schnell. Wir müssen noch weiter.“
Bücherkauf und kulinarische Spezialitäten mit historischem Bezug
Bei einem Besuch in der Buchhandlung Strandläufer von Katrin und Peter Hoffmann erwarb Bundespräsident Steinmeier einen regionalen Krimi mit Stralsund-Bezug sowie ein Buch über die Verdrängung ostdeutscher Literatur nach der Wende. Ein besonderer kulinarischer Höhepunkt war der Stopp beim traditionsreichen Fischhandel H. Rasmus, wo Steinmeier und Badrow ein Brötchen mit originalem Bismarckhering probierten. Dieser sauer eingelegte Hering aus Stralsund wird nach einem Rezept aus dem 19. Jahrhundert zubereitet und wurde bereits von prominenten Gästen wie dem ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush und dem früheren französischen Staatschef François Hollande genossen.
Gespräche mit Kommunalpolitikern und volles Programm bis Donnerstag
Im Rathaus von Stralsund trug sich Bundespräsident Steinmeier feierlich ins Goldene Buch der Stadt ein und traf sich anschließend zu einem intensiven Austausch mit den Fraktionsvorsitzenden der Stralsunder Bürgerschaft. Lediglich der Vertreter der Fraktion Bürger für Stralsund konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen, während die Vorsitzende der AfD-Fraktion aus unbekannten Gründen fernblieb. Das umfangreiche Programm in Stralsund sieht bis Donnerstag weitere Höhepunkte vor, darunter einen Besuch der Stralsunder Volkswerft, eine kontroverse Kaffeerunde mit Bürgerinnen und Bürgern sowie einen Termin an der Marinetechnikschule in Parow.
Abschluss mit Ordensverleihung im Ozeaneum
Den feierlichen Abschluss der dreitägigen Ortszeit-Reise bildet am Donnerstag eine Ordensverleihung im berühmten Ozeaneum. Nach einem Rundgang durch das Meeresmuseum wird Bundespräsident Steinmeier dort engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus der Region Vorpommern den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland überreichen. Während seines gesamten Aufenthalts betonte Steinmeier immer wieder sein Interesse an den Anliegen der Menschen vor Ort: „Das, was die Menschen hier umtreibt, das interessiert mich, und das werde ich mit nach Berlin nehmen.“



