Stralsund als Vorreiter: Neue Bürger-App startet in sechs deutschen Städten
Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland hat die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) ein eigenes Digitalisierungsministerium eingerichtet. Unter der Leitung von Minister Karsten Wildberger und mit Staatssekretär Philipp Amthor, dessen politische Wurzeln in Mecklenburg-Vorpommern liegen, soll dieses Ministerium die digitale Transformation vorantreiben. Ein erster konkreter Schritt ist die Einführung einer neuen Bürger-App, die als Pilotprojekt in sechs ausgewählten Städten starten wird – darunter auch Stralsund an der Ostseeküste.
Pilotprojekt mit bundesweiter Bedeutung
Neben Stralsund wurden die Städte Hamburg, Dresden, Nürnberg, Wiesbaden und Dortmund als Pilotkommunen ausgewählt, wie das Handelsblatt berichtet. Die Entwicklung der Bürger-App steht kurz vor dem Abschluss und soll zahlreiche Verwaltungsleistungen digital verfügbar machen. Statt den Gang ins Rathaus antreten zu müssen, können Bürger künftig viele Angelegenheiten bequem über ihr Smartphone erledigen.
Zu den ersten digitalen Diensten, die über die App angeboten werden sollen, gehören:
- Die Beantragung von Kindergeld
- Die An- oder Ummeldung des Wohnsitzes
- Anträge auf Hilfe zum Lebensunterhalt
- Beantragung von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung
- Unternehmensgründungen
- Das Einreichen von Dokumenten
Politische Reaktionen und Zukunftsperspektiven
Daniel Peters, CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern im Herbst 2026, begrüßte die Auswahl Stralsunds als Pilotstadt: „Dass Stralsund Teil dieses Pilotprojekts ist, ist ein starkes Signal und zeigt, dass unsere Kommunen leistungsfähig und innovativ sind. Gleichzeitig darf es nicht bei einzelnen Leuchttürmen bleiben; wir brauchen einen echten Digitalisierungsschub für das ganze Land.“ Peters betonte, dass digitale Angebote besonders in Mecklenburg-Vorpommern helfen könnten, Wege zu verkürzen und den Alltag der Menschen zu erleichtern. „Wer Steuern in Echtzeit zahlt, darf auch erwarten, dass der Staat seine Leistungen per Klick liefert“, so Peters weiter. Die Bürger-App sei ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Staatsmodernisierung.
Ann Christin von Allwörden, stellvertretende Vorsitzende der CDU Mecklenburg-Vorpommern und Stralsunder Landtagsabgeordnete, dankte Merz und Wildberger für ihre Initiative: „die diese Baustelle endlich mit der nötigen Beharrlichkeit angehen“. Sie lobte zudem ihren Parteifreund Philipp Amthor: „Es ist gut, dass Mecklenburg-Vorpommern in Berlin endlich wieder eine starke Stimme hat.“ Von Allwörden wies darauf hin, dass die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen nicht nur den Bürgern zugutekomme, sondern auch Personalkosten dämpfen und finanzielle Freiräume im Haushalt schaffen könne.
Ausblick auf die digitale Zukunft
Die Einführung der Bürger-App markiert einen wichtigen Meilenstein in der Digitalisierung der deutschen Verwaltung. Stralsund erhält als Pilotstadt die Möglichkeit, frühzeitig von den Vorteilen der digitalen Transformation zu profitieren und als Vorbild für andere Kommunen zu dienen. Das Projekt unterstreicht die Bedeutung von Mecklenburg-Vorpommern in der bundesweiten Digitalisierungsstrategie und zeigt, wie regionale Initiativen mit nationalen Zielen verknüpft werden können. Die Bürger-App soll nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Zugänglichkeit von Verwaltungsdienstleistungen für alle Bürger verbessern.



