Tauwetter in Mecklenburg-Vorpommern: Feuerwehren kämpfen weiter gegen Wassermassen
Tauwetter: Feuerwehren kämpfen weiter gegen Wassermassen

Tauwetter in Mecklenburg-Vorpommern: Feuerwehren kämpfen weiter gegen Wassermassen

Nach den massiven Überschwemmungen des vergangenen Wochenendes in der Mecklenburgischen Schweiz bleibt die Lage für die Einsatzkräfte weiterhin angespannt. Die Feuerwehren und das Technische Hilfswerk sind auch am Montag noch im Dauereinsatz, um überflutete Straßen freizupumpen und bedrohte Wohngebiete zu schützen. Zwar konnte zwischen Malchin und Teterow die Bundesstraße 104 in Remplin nach stundenlangen Pumpaktionen wieder freigegeben werden, doch an zahlreichen anderen Stellen sind Fahrbahnen weiterhin halbseitig gesperrt.

Gefrorene Böden und Schmelzwasser als Problem

Eine gefährliche Gemengelage aus noch gefrorenen Böden, starkem Schmelzwasser und anhaltendem Regen hat seit Sonnabend zu den Überschwemmungen geführt. Der Frost sitzt immer noch etwa 70 Zentimeter tief im Boden, was die natürliche Versickerung des Wassers massiv behindert. André Ebeling, Amtsvorsteher des Amtes Malchin, zeigte sich dennoch erleichtert: „Wir können noch froh sein, dass uns das Tauwetter am Wochenende erreicht hat. Dadurch waren die Feuerwehren relativ gut besetzt. Wenn es uns in der Woche erwischt hätte, dann wäre es schlimm geworden.“

Ebeling, der selbst mit der Kummerower Feuerwehr in Remplin und Wendischhagen im Einsatz war, kündigte eine gründliche Nachbereitung der Ereignisse an. „In den nächsten Wochen geht es nun an die Nachbereitung der Geschehnisse, um für die Zukunft besser gewappnet zu sein“, erklärte er. Dabei müsse auch überprüft werden, welche baulichen Veränderungen notwendig seien, um auf ähnliche Extremwetterlagen besser vorbereitet zu sein.

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Viele Feuerwehren im Dauereinsatz

Im gesamten Amtsbereich Stavenhagen waren fast alle Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz. Amtswehrführer Geritt Lange berichtete von mehreren bedrohten Wohnhäusern:

  • In der Mudder-Schulten-Strat drang Wasser in einen Keller ein
  • Ein Haus im Pribbenower Weg war in akuter Gefahr
  • In Krummsee, Kittendorf, Mölln und Klein Helle wurden weitere Häuser durch Wassermassen bedroht

Die Feuerwehr pumpte noch bis in den Montagvormittag hinein auf der Warener Straße und der angrenzenden B 194, die deshalb halbseitig gesperrt bleiben musste. Auch in Klockow war die Landesstraße 273 mehrere Stunden komplett gesperrt, nachdem ein Landwirtschaftsbetrieb überflutet worden war.

Teterower Wehr im kontinuierlichen Einsatz

In Teterow konzentrierten sich die Einsätze auf mehrere Brennpunkte. Wehrführer Mathias Saft erklärte die Situation am Mühlenteich: „In den Teich ergießt sich die Kleine Peene, die durch das viele Schmelz- und Regenwasser am Wochenende extrem voll ist.“ Um ein Überlaufen zu verhindern, wurden die Regulierungsmechanismen am Wehr genutzt, um einen steten Wasserablauf zu gewährleisten.

Im Bereich Bornmühle konnte ein Teil des Wassers in natürliche Senken ablaufen, doch die Feuerwehr pumpte zusätzlich Wasser auf spezielle Überflutungsflächen, um die Wohnbebauung zu schützen. In Pampow erhielt die Teterower Wehr Unterstützung von Kameraden aus Groß Wokern, die Wasser aus einem Graben in einen kleinen Teich pumpten, um angrenzende Grundstücke trocken zu halten. „Es war zu keiner Zeit eine Person gefährdet“, stellte Saft dabei klar.

Erschöpfte Einsatzkräfte und anhaltende Gefahr

Trotz einer leichten Entspannung der Lage bleibt die Gefahr weiterhin präsent. Geritt Lange äußerte seine Sorge: „Gott sei Dank lässt es jetzt ein bisschen nach. Die Kameraden bräuchten mal eine Pause. Doch die Gefahr sei noch nicht vorbei.“ Sollten die Pegel erneut steigen, rechnet er damit, dass die Feuerwehren am Abend wieder ausrücken müssen.

Besonders problematisch ist die Überflutung des Radwegs zwischen Stavenhagen und Basepohl entlang der B 194, der komplett gesperrt bleiben muss. Die Hoffnung der Einsatzkräfte richtet sich nun darauf, dass der Regen in den kommenden Tagen nachlässt und die Pegelstände langsam sinken, um den erschöpften Feuerwehrleuten eine dringend benötigte Verschnaufpause zu ermöglichen.

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