Tauwetter-Flut in Mecklenburgs Schweiz: Feuerwehr kämpft gegen Wassermassen in Remplin und Wendischhagen
Ein plötzlicher Wetterumschwung mit starkem Tauwetter und ergiebigen Regenfällen hat am Wochenende in der Region Mecklenburgs Schweiz zu erheblichen Überschwemmungen geführt. Die gefrorenen Böden konnten die massiven Wassermengen nicht aufnehmen, was in den Malchiner Ortsteilen Remplin und Wendischhagen zu kritischen Situationen führte. Die örtlichen Feuerwehren waren mit mehreren Pumpen und zahlreichen Einsatzkräften im Dauereinsatz, um die Gehöfte und Straßen vor den Fluten zu schützen.
Remplin: Bundesstraße gesperrt und Parkanlage als Notablauf
In Remplin entwickelte sich die Lage besonders dramatisch. Das Wasser strömte von höher gelegenen Feldern herab und überforderte die vorhandenen Abflussgräben vollständig. Die Feuerwehr musste die Bundesstraße 104 halbseitig sperren, um Schlauchbrücken über die Fahrbahn zu verlegen. Diese waren notwendig, um das Wasser in die Gräben der historischen Rempliner Parkanlage zu pumpen, nachdem die Gullys am Straßenrand längst überlastet waren.
„Wir haben das Wasser regelrecht kommen sehen. Innerhalb von zehn, zwanzig Minuten war es hinter unserem Haus und dann war auch der Vorgarten schon völlig überschwemmt“, schilderte Reinhard Hannig, dessen Grundstück an der Rempliner Dorfstraße direkt in der Abflussschneise liegt. Stundenlang strömten die Wassermassen durch sein Anwesen. Der Verkehr staute sich in beiden Richtungen, während Feuerwehrleute die Autofahrer über die Hindernisse dirigierten.
Wendischhagen: Komplette Straßensperrung und Hofentwässerung
Ein paar Kilometer entfernt in Wendischhagen sperrte die Feuerwehr die ohnehin wenig befahrene Straße komplett, nachdem mehrere Abschnitte der Fahrbahn vollständig überflutet waren. Hier konzentrierten sich die Einsatzkräfte darauf, ein Wohnhaus samt Garage auf einem der Gehöfte zu schützen. Vom Hof wurden tausende Liter Wasser auf angrenzende Wiesen gepumpt, was die Situation allmählich entspannte.
Die Anwohner beider Orte blicken mit Sorge auf die Wettervorhersagen, die weitere Regenfälle ankündigen. „Hier wissen wir jetzt nicht, was da noch alles oben von den Feldern zu uns runter kommt“, äußerte Reinhard Hannig seine Befürchtungen. Er erinnerte sich an eine ähnliche Überschwemmung im Sommer nach heftigen Regenfällen, doch damals gab es schnell Entwarnung, als der Platzregen vorüber war.
Die Hoffnung der Betroffenen liegt nun darauf, dass die anhaltenden Plusgrade die Böden rasch auftauen lassen, damit zukünftige Niederschläge besser versickern können. Die Feuerwehr bleibt in Bereitschaft, sollte sich die Lage durch weitere Niederschläge erneut verschärfen.



