Terminüberschneidung sorgt für Unmut zwischen Nachbarstädten
In der malerischen Region Mecklenburgische Schweiz ist ein ungewöhnlicher Konflikt entbrannt. Die beiden Nachbarstädte Malchin und Stavenhagen planen ihre wichtigsten Feste für exakt dasselbe Wochenende – und das sorgt für erhebliche Spannungen zwischen den Kommunen.
Malchin fürchtet um Besucherzahlen
Andrea Schmidt aus Malchin zeigt sich verärgert über die Terminwahl der Stavenhagener. „Das war keine gute Nachricht“, kommentiert die Organisatorin des Malchiner Stadtfestes die Ankündigung der Reuterfestspiele für das letzte Juniwochenende. Seit vielen Jahren sei in der gesamten Region bekannt, dass genau an diesem Termin das Malchiner Stadtfest stattfinde. „Die Wahl des Termins ist alles andere als glücklich gewählt“, kritisiert Schmidt deutlich.
Die erfahrene Festorganisatorin, die das Malchiner Stadtfest seit sieben Jahren gemeinsam mit Daniel Witt ausrichtet, befürchtet konkrete negative Auswirkungen: „Mit dem geringen Budget, das uns zur Verfügung steht, ist es ohnehin schon schwer genug. Jetzt kommt dazu, dass sich beide Städte mit großer Wahrscheinlichkeit auch noch die Besucher wegnehmen.“
Stavenhagen verteidigt seine Terminwahl
Auf der anderen Seite steht Torsten Jahn, Leiter des Stavenhagener Literaturmuseums und Mitorganisator der Reuterfestspiele. Er erklärt die Terminwahl mit praktischen Erwägungen: „Wir müssen uns an den Ferien orientieren“, betont Jahn. Die Sommerferien beginnen in diesem Jahr am 13. Juli, während die traditionelle Ausrichtung um Fritz Reuters Todestag (12. Juli) nicht mit dem Konzept vereinbar sei.
Besonders wichtig ist den Stavenhagenern die Beteiligung von Schulkindern – sowohl im Theaterstück, das den Kern der Reuterfestspiele bildet, als auch beim traditionellen Citylauf. „Im vergangenen Jahr sind rund 1000 Schüler für Fritz Reuter mitgelaufen“, erinnert Jahn. Diese neu aufgelegte Tradition wolle man nicht gefährden.
Unterschiedliche Perspektiven auf die Situation
Während die Malchiner Organisatoren bereits Kontakt mit der Nachbarstadt aufgenommen und erfolglos um eine Terminverschiebung gebeten haben, zeigt sich Jahn gelassener: „Das letzte Juniwochenende war für uns ein guter Termin. Keinesfalls habe sich dies gegen Malchin gerichtet.“
Der Literaturmuseumsleiter sieht sogar positive Aspekte in der Situation: „Die Bürger haben die Möglichkeit, sich zwei Stadtfeste an einem Wochenende anzuschauen, die unterschiedliche Programme haben.“ Es gehe nicht darum, sich gegenseitig Besucher wegzunehmen, sondern um zwei eigenständige Veranstaltungen in benachbarten Gemeinden.
Ausblick und Hoffnungen
Andrea Schmidt hofft indes auf eine Lösung für die Zukunft: „Ich wünsche mir, dass sich so eine Überschneidung im nächsten Jahr nicht wiederholt und die Stavenhagener dann auf ein anderes Wochenende ausweichen.“ Die Organisatorin betont, dass man den Termin für das Malchiner Stadtfest bewusst gewählt habe, um Konflikte mit anderen Festen in der Region zu vermeiden.
Obwohl beide Seiten ihren Standpunkt deutlich machen, bleibt die Frage offen, wie sich die Terminüberschneidung tatsächlich auf die Besucherzahlen auswirken wird. Die betroffenen Bürger der Region müssen sich nun entscheiden – oder vielleicht sogar versuchen, beide Feste an einem Wochenende zu besuchen.



