Teterow vor entscheidender Bürgermeister-Stichwahl
Am kommenden Sonntag fällt in Teterow die alles entscheidende Wahl: Die Bürgerinnen und Bürger der Bergringstadt entscheiden darüber, ob ab Juni 2026 Robert Straßburg von der SPD oder der Einzelbewerber Thomas Gütschow das Amt des Bürgermeisters übernehmen wird. Kurz vor dem Urnengang am 15. März hatten beide Kandidaten noch einmal die Gelegenheit, ihre Positionen zu verdeutlichen und Stellung zu ihrem jeweiligen Mitbewerber zu nehmen.
Die Frage an die Bewerber
Die Redaktion des Nordkurier konfrontierte beide Politiker mit einer direkten Frage: „Warum sollten die Teterower Ihren Mitbewerber am 15. März nicht wählen?“ Jeder Kandidat erhielt dabei gleichen Raum für seine Antworten, die ein deutliches Licht auf die unterschiedlichen Profile und politischen Herangehensweisen werfen.
Robert Straßburg (SPD) betont demokratische Grundwerte
Der SPD-Kandidat Robert Straßburg hob in seiner Stellungnahme zunächst die grundlegenden demokratischen Prinzipien hervor: „Die Wahl des Bürgermeisters ist eine allgemeine, unmittelbare, freie, gleiche und geheime Wahl. Dieses Recht ist das Fundament unserer Demokratie.“ Er unterstrich, dass die Entscheidung letztlich bei jeder einzelnen Bürgerin und jedem einzelnen Bürger liege, betonte aber gleichzeitig die gemeinsame Verantwortung für die Zukunft der Stadt.
Straßburg verwies auf die Notwendigkeit eines fairen Miteinanders und eines generationsverbindenden Geistes, um Raum für Ideen zu schaffen, die Teterow als lebendige Bergringstadt erhalten und weiterentwickeln könnten. Seine Antwort blieb dabei allgemein gehalten und vermied direkte Kritik an seinem Kontrahenten.
Thomas Gütschow (Einzelbewerber) kritisiert Stillstand und fehlende Erfahrung
Ganz anders fiel die Antwort des Einzelbewerbers Thomas Gütschow aus. Zunächst lobte er den fairen und respektvollen Wahlkampf, ging dann aber deutlich in die Offensive: „In den vergangenen Jahren war die Entwicklung unserer Stadt – von wenigen Ausnahmen abgesehen – von Stillstand geprägt. In manchen Bereichen haben wir eher einen Schritt zurück gemacht.“ Als konkretes Beispiel nannte er den Tourismus, wo andere Städte Teterow den Rang abgelaufen hätten.
Gütschow forderte schnelle und zukunftsorientierte Lösungen für den Burgwall und eine hauptamtliche Stelle für den Bergring. Besonders deutlich wurde er bei der Kritik an den Stadtwerken, die er als „große Baustelle“ mit erheblichen Problemen bezeichnete, die er nicht näher ausführen müsse.
Seine schärfste Kritik richtete sich jedoch direkt an seinen Mitbewerber: „Obwohl ich Herrn Straßburg als Mensch sehr schätze, sehe ich diese Voraussetzungen bei ihm nur bedingt. Es fehlt ihm an kommunalpolitischer Erfahrung und an einer wirtschaftlichen Vernetzung.“ Zudem kritisierte er die von der SPD auferlegte „Brandmauer“, die eine Zusammenarbeit mit allen Stadtvertretern erschwere. Ein Bürgermeister müsse zum Wohle der Stadt mit allen Fraktionen zusammenarbeiten können.
Die Entscheidung liegt bei den Bürgern
Am Sonntag haben nun die Teterower das Wort. Die Stichwahl entscheidet darüber, wer für die kommenden Jahre die Geschicke der Stadt lenken wird. Während Straßburg auf demokratische Grundwerte und gemeinsames Handeln setzt, wirbt Gütschow mit wirtschaftlicher Kompetenz und konkreten Lösungsansätzen für die Probleme der Stadt. Beide Kandidaten haben ihre Argumente vorgelegt – nun ist es an den Wählerinnen und Wählern, die Weichen für die Zukunft Teterows zu stellen.



