TierTeam Waltransport: Gesichter der privaten Rettungsinitiative
TierTeam Waltransport: Gesichter der Rettungsinitiative

TierTeam Waltransport: Gesichter der privaten Rettungsinitiative

Von Mediamarkt-Gründer bis AfD-Sympathisant – an der privaten Initiative, die den gestrandeten Wal ins offene Meer bringen möchte, sind Menschen sehr verschiedener Gruppen beteiligt.

Danny Hilse

Danny Hilse nennt sich bei TikTok und YouTube „Danny.firstclass“. Er sympathisiert mit der AfD und rief auf TikTok schon zur Wahl der Partei auf. Er trat in der Vergangenheit als einer der Organisatoren des Protestbündnisses „Gemeinsam für Deutschland“ in Niedersachsen auf, das im vergangenen Jahr in mehreren Städten für flächendeckende Grenzkontrollen und ein Ende der finanziellen und militärischen Unterstützung der Ukraine demonstriert hat. Laut Polizei waren dort teils auch Menschen aus der Reichsbürger- und Querdenkerszene dabei. Ein Auge auf die Demos hatte auch der Verfassungsschutz. Eigenen Angaben zufolge engagiert sich Hilse im Tier- und Kinderschutz. Hilse war in den vergangenen Tagen mehrfach direkt am Wal zu sehen.

Kirsten Tönnies

Die Kleintierärztin Kirsten Tönnies hat für die Rettungsinitiative ihre Praxis in Hessen vorübergehend geschlossen, wie aus der Website der Arztpraxis hervorgeht. „Grund: Walrettung“ war dort zu lesen. „Ich habe viel Erfahrung mit Wildtieren“, erklärte Tönnies gegenüber „Bild“. Jedoch nicht mit Walen, wie sie demnach einräumte. Sie kenne sich aber sehr gut „im Bereich Medikamente“ aus.

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Janine Bahr-van Gemmert

Die Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert von der Insel Föhr und Leiterin des Robbenzentrums dort gehörte zum Kern des Rettungsteams. Nach einem medizinischen Notfall zu Beginn der Woche war sie mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen worden. Sie liege im Koma, hieß es am Freitag auf den Seiten des Zentrums und der Praxis. „Die Lage ist weiterhin ernst.“ Für sie soll es eine private Spendenaktion geben.

Sergio Bambaren

Der ebenfalls zum Team der Hilfsinitiative gehörende Sergio Bambaren ist Schriftsteller und Autor spiritueller Meeresbücher. Nach eigenen Angaben ist er in Peru geboren, studierter Chemieingenieur und ehemals Vorstandschef (CEO) eines multinationalen Unternehmens. Er ist Botschafter des Vereins Delfine therapieren Menschen (zuvor Dolphin Aid), der das Schwimmen mit Delfinen anbietet. Kritiker solcher meist sehr teuren Angebote warnen vor mangelnder Wirksamkeit und Tierquälerei.

Jens Schulz

Jens Schulz gab Anfang April bekannt, dass er und seine Mitstreiter beschlossen hätten, über einen Tierschutzverein selbst den Wal retten zu wollen. Schulz sieht sich eigenen Angaben nach keiner Partei zugehörig, gibt sich aber öffentlich als Unterstützer der AfD. Bei Facebook äußerte er sich etwa migrations- und islamfeindlich.

Walter Gunz

Geplant und finanziert wird das private Vorhaben unter anderem von Mediamarkt-Gründer Walter Gunz. In der Vergangenheit war er nicht öffentlich durch sein Engagement für den Tierschutz aufgefallen. Bekannt wurde der bayerische Unternehmer dadurch, dass er 1979 die Elektronikmarkt-Kette mitgründete. Im „Manager Magazin“ tauchte Gunz bereits auf den Listen der reichsten Deutschen auf.

Karin Walter-Mommert

Die aus dem Pferdesport bekannte Unternehmerin Karin Walter-Mommert ist neben Gunz ebenfalls Geldgeberin für die Initiative. Medienberichten zufolge ist sie Besitzerin von Trabrennpferden und gewann unter anderem 1999 die Europameisterschaft der Amateurfahrerinnen. Sie ist mit Ulrich Mommert verheiratet, einem vermögenden österreichischen Unternehmer. Auch Walter-Mommert ist bislang nicht in Sachen Tierschutz bekanntgeworden. Vielmehr üben Tierschützer seit Jahren heftige Kritik am Pferderennsport.

Nicht dabei, aber irgendwie doch: Till Backhaus

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) gehört nicht zum Team. Allerdings konnte man in den zurückliegenden Tagen den Eindruck gewinnen, weil Informationen zum weiteren Vorgehen oft nicht von der Initiative selbst, sondern von ihm kamen. „Wer nichts macht, macht auch keine Fehler“, hatte er am Mittwoch zum anhaltenden Treiben rund um den Wal gesagt. Er werde das Tier bis zum Schluss begleiten, bis zur Freiheit oder seinem Tod, hatte er mehrfach erklärt.

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