Landkreis Vorpommern-Rügen: Tote Vögel im Winter als natürlicher Nahrungskreislauf
Tote Vögel im Winter: Natürlicher Nahrungskreislauf

Tote Vögel im Winter: Natürlicher Kreislauf oder Hilfsbedarf?

Der anhaltend kalte Winter in diesem Jahr fordert seinen Tribut: Tausende Vögel wie Schwäne, Kormorane und Wildgänse sind in Mecklenburg-Vorpommern verendet. Während viele Menschen Mitleid mit den Tieren empfinden, weist der Landkreis Vorpommern-Rügen darauf hin, dass es sich hierbei um ein natürliches Geschehen handelt.

Natürlicher Kreislauf des Lebens

Nach aktuellem Kenntnisstand sind die Vögel vorrangig infolge des anhaltenden Frosts und Schnees verendet, wie der Landkreis auf seiner Internetseite erläutert. In der winterlichen Kälte finden sie kaum Futter. Doch die Kadaver haben durchaus ihren ökologischen Nutzen.

„In freier Natur verbleibende Tierkadaver sind Teil des ökologischen Kreislaufs und dienen anderen Tieren sowie Mikroorganismen als Nahrungsgrundlage“, erklärt der Landkreis. „Dieses natürliche Prinzip des 'Kreislaufs des Lebens' trägt wesentlich zur Stabilität unserer Ökosysteme bei.“

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Daher empfiehlt die Behörde, die toten Tiere in der Regel liegenzulassen. Nur in bestimmten Situationen – etwa im Straßenverkehr, auf Spielplätzen oder in stark frequentierten öffentlichen Bereichen – sei eine Bergung erforderlich. In diesen Fällen ist der jeweilige Grundstückseigentümer für die Entsorgung verantwortlich.

Grünen-Politiker fordert aktive Hilfe

Der Grünen-Landespolitiker Harald Terpe sieht die Sache anders. Er fordert konkrete Hilfe für die Wildtiere in der aktuellen Extremsituation. „Wenn Tausende Wildvögel verenden und zuständige Behörden angesichts der anhaltenden frostigen Wetterlage achselzuckend auf den 'Gang der Natur' verweisen, greift das viel zu kurz“, kritisiert Terpe.

Der Politiker argumentiert, dass wir in einer vom Menschen stark veränderten Kulturlandschaft leben. „Das bedeutet zerschnittene Lebensräume, versiegelte Flächen und den Verlust von Rückzugsräumen“, so Terpe. Diese menschengemachten Veränderungen würden die Folgen extremer Wetterlagen für Wildtiere zusätzlich verschärfen.

Forderung nach erweiterter Notzeit-Regelung

Terpe spricht sich für eine erweiterte Notzeit-Regelung aus, die auch außerhalb der Wälder greifen soll. „Etwa durch praktikable Möglichkeiten zur unterstützenden Fütterung in Extremsituationen“, schlägt der Landtagsabgeordnete vor.

Die Probleme der Wildtiere beschränkten sich jedoch nicht auf die Wintermonate, betont Terpe weiter. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es bis heute keine staatlich getragene Wildtierstation. „Die Versorgung verletzter oder verwaister Tiere beruht nahezu vollständig auf ehrenamtlichem Engagement und privaten Spenden – einschließlich der Tierarzt- und Futterkosten“, kritisiert der Politiker.

Während der Landkreis auf den natürlichen Kreislauf verweist, fordert die Opposition konkrete Maßnahmen zum Schutz der Wildtiere in einer zunehmend vom Menschen geprägten Umwelt. Die Diskussion zeigt, wie unterschiedlich der Umgang mit winterlichen Tierverlusten bewertet werden kann.

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