UNESCO-Anerkennung: Volksfestkultur in MV als immaterielles Kulturerbe gefeiert
UNESCO ehrt Volksfestkultur in Mecklenburg-Vorpommern

Volksfestkultur in Deutschland von UNESCO als immaterielles Kulturerbe gewürdigt

In einer bedeutenden Entscheidung hat die UNESCO die deutsche Volksfestkultur in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Diese Anerkennung stellt einen historischen Meilenstein für die gesamte Schaustellerbranche dar und unterstreicht den kulturellen Wert von Volksfesten für die Gesellschaft.

Festliche Ehrung in Rostocks St.-Marien-Kirche

Am Dienstag, dem 7. April 2026, versammelten sich Schausteller aus ganz Mecklenburg-Vorpommern zu einer besonderen Festveranstaltung in der St.-Marien-Kirche zu Rostock. Die Feierlichkeiten fanden im Rahmen des Rostocker Ostermarktes statt und wurden von zahlreichen prominenten Gästen begleitet. Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger von den Linken überbrachte die Glückwünsche der Stadt, während Vertreter des Kulturministeriums und der Circusseelsorge MV der Veranstaltung beiwohnten.

Elisabeth Meyer, die Schaustellerpastorin in Mecklenburg-Vorpommern, sprach einen feierlichen Segen für die traditionsreiche Branche. Die Atmosphäre war geprägt von großer Freude und Stolz über die lang ersehnte Anerkennung.

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Branchenvertreter begrüßen UNESCO-Entscheidung als Wendepunkt

Jonny Heinecke, stellvertretender Vorsitzender des Schaustellerverbands MV, betonte die Bedeutung dieser Entscheidung: „Die Aufnahme in das UNESCO-Verzeichnis ist eine enorme Anerkennung für unseren Berufsstand. Sie macht deutlich, dass Volksfeste kein beliebiges Freizeitangebot darstellen, sondern ein über Generationen gewachsenes Kulturgut, das wir täglich mit Leben füllen.“

Heinecke, der selbst aus einer traditionsreichen Schaustellerfamilie stammt, verwies auf die besonderen Lebensumstände der Berufsgruppe: „Unsere Wohnwagen sind nicht nur Schlafstätten, sondern gleichzeitig Büro und Lebensmittelpunkt. Diese Tradition wird vom Vater zum Sohn weitergegeben – ein Erbe, das nun endlich die verdiente Würdigung erfährt.“

Mehr Einfluss und gesteigerte Wertschätzung erwartet

Peer Hamberger, erster Vorsitzender des Landesverbandes, zeigte sich begeistert von den neuen Perspektiven: „Das, was wir eigentlich schon immer wussten, wird jetzt endlich offiziell anerkannt. Die UNESCO-Auszeichnung als immaterielles Weltkulturerbe öffnet uns Türen und ermöglicht mehr Einfluss bei wichtigen Entscheidungen wie Bau- oder Festplanungen.“

Hamberger betonte besonders den gesellschaftlichen Aspekt: „Allein die Tatsache, dass wir nicht mehr so leicht abgetan werden können, verändert unsere Position fundamental. Die Wertigkeit unseres Berufsstandes wird damit enorm angehoben – eine Entwicklung, auf die wir seit langem hingearbeitet haben.“

1200-jährige Tradition erhält neue Strahlkraft

Die Schaustellerkultur blickt auf eine beeindruckende 1200-jährige Geschichte zurück, die nun durch die UNESCO-Anerkennung zusätzliche Strahlkraft erhält. Steve Upleger, weiteres Vorstandsmitglied des Schaustellerverbands MV, hob die generationsübergreifende Bedeutung hervor: „Diese Ehrung gibt uns die Möglichkeit, voller Stolz zu verkünden: Wir sind Schausteller! Damit stärken wir nicht nur die gegenwärtige Generation, sondern sichern auch die Zukunft für kommende Generationen in unserem traditionsreichen Gewerbe.“

Die Festveranstaltung in Rostock markierte den Beginn einer neuen Ära für die Volksfestkultur in Mecklenburg-Vorpommern. Die Schausteller sehen in der UNESCO-Anerkennung nicht nur eine formelle Auszeichnung, sondern eine grundlegende Aufwertung ihrer gesellschaftlichen Rolle und kulturellen Bedeutung.

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