Vergnügungssteuer in Neubrandenburg endgültig abgeschafft: Entlastung für Veranstalter
Vergnügungssteuer in Neubrandenburg abgeschafft

Vergnügungssteuer in Neubrandenburg endgültig abgeschafft

Die Vergnügungssteuer in Neubrandenburg ist offiziell und endgültig abgeschafft worden. Die Stadtvertreter haben diesem Schritt vor wenigen Tagen einstimmig zugestimmt, womit die entsprechende Satzung rückwirkend zum 1. Januar 2026 aufgehoben wurde. Bereits Ende des vergangenen Jahres war der Abschaffung grundsätzlich zugestimmt worden, nun folgte der finale Beschluss.

Begründung: Ein Nullsummenspiel

Als Hauptgrund für die Abschaffung nannten die Verantwortlichen, dass die Einnahmen aus der Vergnügungssteuer im Vergleich zum personellen Aufwand nahezu gleich hoch seien. Es handele sich dabei um ein echtes Nullsummenspiel, das keinen nennenswerten finanziellen Nutzen für die Stadt bringt. In den vergangenen Jahren hatte Neubrandenburg jährlich etwa 25.000 Euro durch diese Steuer eingenommen.

Während der Corona-Pandemie im Jahr 2022 war auf die Erhebung der Vergnügungssteuer vorübergehend verzichtet worden, danach wurde sie jedoch wieder aktiviert. Die Steuer hatte in Neubrandenburg immer wieder für Kritik gesorgt. Bereits im Herbst 2024 hatte beispielsweise Colosseums-Veranstaltungsleiter Norbert Lüder eine Abschaffung gefordert.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Expertenmeinung: Positive Signale für die Branche

Melanie Jendro, Geschäftsführerin des Neubrandenburger Veranstaltungszentrums (VZN), begrüßt die Entscheidung ausdrücklich. „Die Abschaffung entlastet Veranstalter und damit mittelbar auch die Gäste, da solche Abgaben in die Gesamtkalkulation von Veranstaltungen einfließen“, erklärt Jendro. „Grundsätzlich verbessern sich damit die Rahmenbedingungen für Veranstalter, die Neubrandenburg als Standort in Betracht ziehen.“

Der größte Vorteil sei die unmittelbare wirtschaftliche Entlastung für Veranstalter. Bis zur Abschaffung habe die Steuer die wirtschaftliche Marge reduziert und somit teilweise auch indirekt die Ticketpreise erhöht. „Gerade in einem Markt, der stark von wirtschaftlichen Risiken geprägt ist, können solche Rahmenbedingungen entscheidend sein, ob eine Veranstaltung überhaupt stattfindet oder nicht“, betont die VZN-Chefin.

Konkrete Auswirkungen und Perspektiven

Durch den Wegfall der Steuer entfällt eine wichtige Hürde für bestimmte Veranstaltungsformate. Die finanzielle Entlastung biete jetzt mehr Spielraum „im Bereich Programm, Dekoration oder Technik“, was sich positiv auf die Wahrnehmung der jeweiligen Formate auswirke. Von Partnern aus der Gastronomie und Akteuren aus dem Veranstaltungsnetzwerk sei dem VZN bereits zurückgemeldet worden, dass die Maßnahme grundsätzlich positiv wahrgenommen wird und als unterstützendes Signal für die Veranstaltungsbranche gilt.

Insbesondere für Unterhaltungs- und Tanzveranstaltungen sinkt durch die Abschaffung eine bedeutende Hürde. „Solche Formate sind häufig sehr sensibel in der wirtschaftlichen Kalkulation, sodass veränderte Rahmenbedingungen hier eine Rolle spielen können“, sagte Jendro. Es bestehe nun die Möglichkeit, dass künftig neue oder auch andere Veranstaltungsformate in Neubrandenburg umgesetzt werden oder Formate zurückkehren, die bisher wirtschaftlich schwieriger darstellbar waren.

Vorsichtiger Optimismus und weitere Herausforderungen

Allerdings bleibt die Durchführung von Veranstaltungen weiterhin von verschiedenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig. Neben Abgaben spielen insbesondere gestiegene Personal-, Dienstleistungs- und Infrastrukturkosten eine wesentliche Rolle. Entscheidend sei letztlich, dass Veranstaltungen auch unter veränderten Bedingungen wirtschaftlich tragfähig bleiben und entsprechende Nachfrage vorhanden ist.

Was die Abschaffung der Vergnügungssteuer konkret für den Umfang, die Anzahl oder die Vielfalt von Veranstaltungen in Neubrandenburg bedeutet, wird sich erst im Laufe der Zeit zeigen. „Eine wirklich belastbare Einschätzung werden wir voraussichtlich erst im kommenden Jahr treffen können, wenn sich die Auswirkungen in der Praxis abzeichnen“, bilanzierte Melanie Jendro abschließend. Die Entwicklung wird daher mit vorsichtigem Optimismus begleitet.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration