Wetterumschwung bringt neue Hoffnung für gestrandeten Wal in der Ostsee
Ein unerwarteter Wetterumschwung hat die Rettungsbemühungen für den in der Ostsee festsitzenden Wal vor der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern deutlich verbessert. Umweltminister Till Backhaus (SPD) zeigte sich am Vormittag vorsichtig optimistisch und erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Manchmal ist es so im Leben, plötzlich gibt’s eine Chance und das regelt sich alles von allein.“
Deutlicher Anstieg der Wasserhöhe
Der Minister betonte, dass die deutliche Wetterveränderung zu einem bemerkenswerten Anstieg der Wasserhöhe geführt habe. „Die deutliche Wetterveränderung habe 60 bis 70 Zentimeter mehr Wasserhöhe am Wal gebracht“, so Backhaus. Dieser unerwartete Wasserspiegelanstieg könnte dem großen Meeressäuger den entscheidenden Impuls geben, um sich aus seiner misslichen Lage zu befreien.
Erfolgreiche Bewegungen des Wals
Am Morgen zeigte der Wal bereits ermutigende Aktivitäten. Backhaus berichtete, dass das Tier mit verhältnismäßig hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei – „nämlich zwischen fünf und sieben Knoten“. Dies entspricht etwa 9 bis 13 Kilometern pro Stunde. Geleitet von mehreren Booten schwamm der Wal zunächst mehrfach hin und her, bevor er anhaltend in die richtige Richtung zu schwimmen begann.
Allerdings stoppte der Wal erneut am Ende der sogenannten Kirchsee-Bucht, was die Rettungsmannschaften vor neue Herausforderungen stellte. „Wenn der Wal für längere Zeit abtauche, könne eine Ortung zum Problem werden“, gab der Umweltminister zu bedenken. Zunächst bewegte sich das Tier aber anhaltend gar nicht weiter, was die Situation erneut verkomplizierte.
Strategie der Rettungsmannschaften
Backhaus äußerte sich hoffnungsvoll über die bisherige Rettungsstrategie: „Unsere Strategie geht ja doch auf mit der Initiative“. Die DLRG war neben dem Wal im intensiven Einsatz, um das Tier zu unterstützen und zu lenken. Die Kombination aus menschlicher Hilfe und den günstigen Wetterbedingungen schafft nun eine realistische Chance für eine erfolgreiche Rettung des Meeressäugers.
Die Situation bleibt jedoch angespannt, da unklar ist, wie lange der Wal die neu gewonnene Bewegungsfreiheit nutzen kann. Die Rettungsmannschaften beobachten die Entwicklung weiterhin mit größter Aufmerksamkeit und stehen bereit, um bei Bedarf weitere Maßnahmen einzuleiten.



