Rettungsaktion für gestrandeten Buckelwal: Sandsack-Korsett als Schutz vor weiterem Abrutschen
In einer dramatischen Rettungsaktion für den in der Wismarer Bucht gestrandeten Buckelwal plant Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) nun ein ungewöhnliches Hilfsmittel: Ein Korsett aus sechs oder mehr großen Sandsäcken soll das Tier vor weiterem Abrutschen in die Flachwasserzone bewahren. Der Wal hatte sich in der vergangenen Nacht durch den Druck von Wind und Wellengang bereits etwa 80 Meter rückwärts bewegt und damit weiter von der möglichen Rettungsfahrrinne entfernt.
DLRG übernimmt Leitungsfunktion bei privater Rettungsinitiative
Die Idee für das Setzen der sogenannten Bigpacks stammt laut Minister Backhaus von Helfern der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die inzwischen eine zentrale Leitungsfunktion innerhalb der privaten Wal-Rettungsaktion übernommen hat. „Sie hat eine Struktur geschaffen, mit der wir gut arbeiten können“, betonte Backhaus. Die Sandsäcke sollen demnach im Rücken des Wals aufgestellt werden, um zu verhindern, dass sich das Tier noch weiter von der rettenden Fahrrinne entfernt. „Er braucht ja nicht viel, um in tieferes Wasser zu kommen“, erklärte der Umweltminister die Dringlichkeit der Maßnahmen.
Vielseitiger Einsatz der Helfer unter schwierigen Bedingungen
Die Rettungsbemühungen gestalten sich unter komplexen Bedingungen:
- Die Wasserstände in der Wismarer Bucht sinken aktuell wieder, was die Situation zusätzlich erschwert
- Helfer bespritzen den Wal teilweise mit bloßen Händen mit Wasser, um ihn feucht zu halten
- Ein mehrköpfiges Team war bereits am Dienstag direkt beim Wal im Einsatz
- Auch schweres Gerät soll erneut zum Einsatz kommen, um den festsitzenden Buckelwal vor der Ostsee-Insel Poel freizuspülen
Die private Rettungsinitiative hatte zuvor mit internen Streitigkeiten zu kämpfen, bevor die DLRG die organisatorische Leitung übernahm. Die Sandsack-Konstruktion stellt nun einen innovativen Versuch dar, das gefährdete Tier zu stabilisieren und ihm eine Chance auf Rückkehr in tiefere Gewässer zu ermöglichen.



