Wildtier-Experte warnt Spaziergänger in Mecklenburg-Vorpommern: Ruhe ist überlebenswichtig
Der anhaltende Winter mit Dauerfrost und extremen Minustemperaturen hat Mecklenburg-Vorpommern fest im Griff und stellt die heimische Tierwelt vor immense Herausforderungen. Während Kormorane auf zugefrorenen Gewässern verhungern und freiwillige Helfer tote Schwäne bergen müssen, leiden auch die Wildtiere in den Wäldern der Region unter den harten Bedingungen.
Energiesparen als Überlebensstrategie
Klaus Kraft von der Tierrettung Vorpommern Greifswald erklärt im Gespräch mit dem Nordkurier, wie Wildtiere wie Rehe, Hirsche und Wildschweine auf die Kälte reagieren: „Sie versuchen, durch Ruhe und durch Sitzen auszuruhen, um einfach die Energiereserven aufzusparen.“ Die Tiere fahren ihren Stoffwechsel auf etwa die Hälfte herunter, um wertvolle Energie zu konservieren, die sie dringend benötigen, um bis ins Frühjahr zu überleben.
Dramatische Folgen von Störungen
Der Tierschützer appelliert eindringlich an alle Waldbesucher, Wildtiere in ihrer Winterruhe nicht zu stören. Spaziergänger sollten ausreichend Abstand halten und Hunde unbedingt an der Leine führen. Werden die Tiere aufgeschreckt, verbrauchen sie Unmengen an Energie, die ihnen dann in der kalten Jahreszeit fehlt. Klaus Kraft warnt: „Das kann dann teilweise auch schon ein Todesurteil sein. Wenn die Tiere da sitzen, dann ruhen die aus und sparen Energiereserven, die sie dringend brauchen, um ins Frühjahr zu kommen.“
Besondere Vorsicht bei Extremtemperaturen
Diese Ratschläge gelten grundsätzlich in jedem Winter, doch in Jahren mit ungewöhnlich starkem Frost wie dem aktuellen sind sie von besonderer Bedeutung. Wildtiere, die stundenlang regungslos an einer Stelle verharren, benötigen in der Regel keine menschliche Hilfe, sondern lediglich Ruhe. Durch respektvolles Verhalten können Spaziergänger dazu beitragen, dass die Tiere die harte Jahreszeit überstehen und gesund ins Frühjahr starten können.



