Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern: Experten diskutieren Konflikte und Lösungen in Laase
In der Nacht zum Ostermontag kam es auf der A19 bei Güstrow zu einem tragischen Zwischenfall: Ein Wolf lief einer 37-jährigen Autofahrerin ins Fahrzeug und wurde dabei tödlich verletzt. Nur kurze Zeit zuvor hatte ein Wolf in Hamburg-Altona eine Frau gebissen. Während solche Vorfälle in Hamburg nach wie vor äußerst selten sind, hat sich Mecklenburg-Vorpommern längst zu einem echten Wolfsland entwickelt. Die Präsenz der Raubtiere prägt den Alltag in den ländlichen Regionen des Bundeslandes immer stärker.
28 Wolfsrudel und steigende Konfliktzahlen
Nach aktuellen Zahlen aus dem Herbst 2025 leben in Mecklenburg-Vorpommern mittlerweile 28 Wolfsrudel, dazu kommen fünf Wolfspaare und ein Einzeltier. Eine exakte Gesamtzahl der Tiere wird zwar nicht erfasst, doch Schätzungen gehen von rund 200 Wölfen im Land aus. Auch im Landkreis Rostock – südlich von Güstrow, bei Schwaan, Tarnow und Krakow am See in der Nossentiner/Schwinzer Heide – haben sich Rudel fest etabliert.
Mit der wachsenden Population steigen auch die Konflikte zwischen Mensch und Tier. Im Jahr 2025 wurden in MV 424 Nutztiere bei Wolfsangriffen getötet, zusätzlich erlitten 39 Tiere Verletzungen. Besonders betroffen sind Schafhalter, die trotz umgesetzter Herdenschutzmaßnahmen immer wieder Verluste verzeichnen müssen.
Veranstaltung in der Alten Dorfschule Laase am 23. April
Vor diesem Hintergrund dürfte eine Veranstaltung in der Alten Dorfschule Laase auf großes Interesse stoßen. Unter dem Titel „Der Wolf ist da … – Welche Auswirkungen hat der Wolf auf Land- und Viehwirtschaft sowie Jagd“ diskutieren am 23. April ab 19 Uhr verschiedene Experten das brisante Thema. Zu den Gästen gehören:
- Ulrich Constien, Landwirt und Jäger aus Klein Sien
- Susanne Petersen, Schäferin aus Qualitz
- Marilena Kallweit und Julia Blau, Mitarbeiterinnen des neuen Wolfskompetenzzentrums MV
Die Veranstaltung bietet eine wichtige Plattform, um über die praktischen Folgen der Wolfsausbreitung zu sprechen und mögliche Lösungsansätze zu erörtern.
Neues Wolfskompetenzzentrum und rechtliche Entwicklungen
Erst im März 2026 wurde der Wolf in das Bundesjagdgesetz aufgenommen. Dies ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen – etwa bei wiederholten Rissen von Nutztieren – schnellere Abschüsse. Gleichzeitig bleibt der Wolf jedoch streng geschützt. Parallel dazu wurde 2026 das Wolfskompetenzzentrum MV mit Sitz in Jasnitz neu geschaffen. Diese Einrichtung bündelt landesweit das Wolfsmanagement und arbeitet eng mit anderen Akteuren in den Bereichen Wolfsmonitoring, Herdenschutzberatung und Schadensfallmanagement zusammen.
Neben der wissenschaftlichen Auswertung von Daten bietet das Zentrum Nutztierhaltern kostenlose Beratungen zu Präventionsmaßnahmen, Herdenschutz sowie Informationen zu Förder- und Ausgleichszahlungen an.
Die Alte Dorfschule Laase als Begegnungsstätte
Seit Juni 2025 ist die „Alte Dorfschule“ in Laase ein lebendiger Ort der Begegnung, Versorgung und Inspiration. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten – inklusive Dämmung und Schaffung eines barrierefreien Sanitärraums – wurde das Gebäude zu neuem Leben erweckt. Ein eigens gegründeter Freundeskreis unter der Leitung von Margot Krempien kümmert sich um den Betrieb der Einrichtung.
Neben wechselnden Ausstellungen und monatlichen Veranstaltungen bietet die Dorfschule ein vielfältiges Angebot: Bücher, regionale Produkte wie Honig oder Senf, Getränke und Kaffee. Das Jahresprogramm 2026 umfasst zahlreiche weitere Veranstaltungen, von Volksliedernachmittagen über Heilkräuter-Vorträge bis hin zu Buchlesungen.
Für alle Veranstaltungen wird um eine Spende von 5 Euro gebeten, außerdem ist eine Anmeldung erforderlich – telefonisch unter 038462 335030 oder per E-Mail.



