Experten diskutieren in Laase über Wolfskonflikte: 28 Rudel in MV und steigende Nutztierrisse
Wolfsexperten in Laase: 28 Rudel in MV, Konflikte nehmen zu

Wolfspräsenz in MV wächst: Expertenrunde in Laase diskutiert Folgen für Landwirtschaft

Die Anwesenheit von Wölfen prägt den ländlichen Alltag in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend. Nach einem tödlichen Zusammenstoß auf der A19 bei Güstrow und einem Wolfsbiss in Hamburg-Altona rückt das Thema erneut in den Fokus. Während Wölfe in Hamburg extrem selten sind, hat sich MV längst zu einem etablierten Wolfsland entwickelt.

28 Wolfsrudel und steigende Konfliktzahlen

Aktuellen Zahlen aus dem Herbst 2025 zufolge leben in Mecklenburg-Vorpommern 28 Wolfsrudel, dazu fünf Paare und ein Einzelwolf. Obwohl keine genaue Gesamtzahl erfasst wird, schätzen Experten die Population auf etwa 200 Tiere. Rudel haben sich unter anderem im Landkreis Rostock etabliert, etwa bei Schwaan, Tarnow und Krakow am See in der Nossentiner/Schwinzer Heide.

Mit der wachsenden Wolfspopulation nehmen auch die Konflikte zu. Im Jahr 2025 wurden in MV 424 Nutztiere bei Wolfsangriffen getötet, zusätzlich erlitten 39 Tiere Verletzungen. Besonders betroffen sind Schafhalter, die trotz Herdenschutzmaßnahmen erhebliche Verluste verzeichnen.

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Veranstaltung in der Alten Dorfschule Laase am 23. April

In dieser Situation stößt eine geplante Expertenrunde auf großes Interesse. Unter dem Titel „Der Wolf ist da … – Welche Auswirkungen hat der Wolf auf Land- und Viehwirtschaft sowie Jagd“ diskutieren am 23. April ab 19 Uhr Fachleute in der Alten Dorfschule Laase. Zu den Gästen gehören:

  • Ulrich Constien, Landwirt und Jäger aus Klein Sien
  • Susanne Petersen, Schäferin aus Qualitz
  • Marilena Kallweit und Julia Blau, Mitarbeiterinnen des neuen Wolfskompetenzzentrums MV

Neues Wolfskompetenzzentrum und rechtliche Änderungen

Das 2026 neu geschaffene Wolfskompetenzzentrum mit Sitz in Jasnitz bündelt landesweit das Wolfsmanagement. Es arbeitet eng mit Akteuren in den Bereichen Wolfsmonitoring, Herdenschutzberatung und Schadensfallmanagement zusammen. Neben wissenschaftlicher Datenauswertung bietet es Nutztierhaltern kostenlose Beratungen zu Präventionsmaßnahmen, Herdenschutz sowie Informationen zu Förder- und Ausgleichszahlungen.

Rechtlich hat sich ebenfalls etwas getan: Am 5. März 2026 wurde die Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz beschlossen. Abschüsse sollen unter bestimmten Voraussetzungen, etwa bei wiederholten Nutztierrissen, schneller möglich sein, während der Wolf gleichzeitig streng geschützt bleibt.

Alte Dorfschule Laase als Begegnungsstätte

Seit Juni 2025 ist die „Alte Dorfschule“ in Laase ein Ort der Begegnung, Versorgung und Inspiration. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten, inklusive Dämmung und barrierefreiem Sanitärraum, wurde sie zu neuem Leben erweckt. Ein Freundeskreis unter Leitung von Margot Krempien kümmert sich um den Betrieb.

Neben wechselnden Ausstellungen und monatlichen Veranstaltungen bietet die Einrichtung Bücher, regionale Produkte wie Honig oder Senf, Getränke und Kaffee. Das Jahresprogramm 2026 umfasst vielfältige Events, darunter Volksliedernachmittage, Trommelabende, Kräutervorträge und Buchlesungen.

Für die Wolfsexpertenrunde am 23. April wird um eine Spende von 5 Euro und eine Anmeldung gebeten, telefonisch unter 038462 335030 oder per E-Mail.

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