Bahlsen-Chef Kühnen grenzt sich klar von der AfD ab
Bahlsen-Chef grenzt sich von AfD ab

Der Chef des Keksherstellers Bahlsen, Alexander Kühnen, hat sich deutlich von der rechtspopulistischen AfD distanziert. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur betonte er, dass die Werte des Familienunternehmens nicht mit den Positionen der AfD vereinbar seien. „Wenn ich mir anschaue, welche Parteien diese Werte vertreten, dann sind das die demokratischen Parteien“, sagte Kühnen. Er zog eine klare Grenze: Positionen wie „Remigration“ seien für Bahlsen inakzeptabel.

Wirtschaftliche Gründe für die Distanzierung

Der Manager begründete seine Haltung auch mit wirtschaftlichen Argumenten. „Wir brauchen Fachkräfte, wir brauchen offenen Handel in Europa, wir brauchen stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen“, erklärte Kühnen. „Vor diesem Hintergrund ist die AfD für mich keine Alternative – weder unternehmerisch noch persönlich.“ Abschottende Vorstellungen, wie sie die AfD vertrete, passten nicht zum Unternehmen aus Hannover. „Wenn ich national denke und glaube, dass hier nur bestimmte Nationalitäten arbeiten sollten, dann passt das nicht zu uns“, so Kühnen weiter. Die meisten Programmpunkte der AfD seien mit den Überzeugungen von Bahlsen nicht vereinbar.

Appell an Unternehmen: Haltung zeigen

Kühnen rief andere Unternehmen dazu auf, ebenfalls Haltung zu zeigen. „Ich glaube sehr stark an die Demokratie und daran, dass wir eine Verantwortung haben, sie zu verteidigen“, sagte er. „Als Wirtschaftslenker tragen wir Verantwortung – und zwar eine große.“ Er wünsche sich, dass Menschen in Führungspositionen ihre Möglichkeiten stärker nutzen – „für einen guten Zweck“. Dazu gehöre für ihn auch der Schutz der Demokratie. Innerhalb des Unternehmens spiele Haltung eine immer größere Rolle. Grundlage seien vier Werte: Neugier, Mut, Rückhalt und Ambition. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden seien daraus konkrete Verhaltensweisen für den Arbeitsalltag entwickelt worden, etwa wertschätzende Zusammenarbeit, Verantwortung und ehrliches Feedback.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Debatte um Umgang mit der AfD

Der Umgang von Unternehmen mit der AfD sorgt seit Längerem für Diskussionen. Im vergangenen Oktober hatte der Verband der Familienunternehmer erstmals auch AfD-Vertreter zu einem Parlamentarischen Abend in Berlin eingeladen. Nach scharfer Kritik aus Politik und Wirtschaft sowie dem Austritt namhafter Mitgliedsfirmen korrigierte der Verband seine Position. Präsidentin Marie-Christine Ostermann sprach später von einem Fehler. Die AfD kommt in aktuellen Umfragen auf 29 Prozent und erreicht damit einen Höchstwert. Öffentliche Kommentare zur AfD bergen für Unternehmen ein gewisses Risiko, insbesondere wenn sie von Konsumenten abhängig sind. Dennoch sieht Kühnen keine Alternative: Die Demokratie müsse verteidigt werden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration