2026 liegt die Federführung für den Eurovision Song Contest beim SWR. Neben der organisatorischen Herausforderung für Vorentscheid, Vorbereitung und Übertragung aus Wien ist das Projekt natürlich auch mit hohen Kosten verbunden. In der AZ verrät der Sender nun Details zu drastischen Sparmaßnahmen – die unter anderem auch Barbara Schöneberger betreffen.
Budget-Kürzungen für ESC: Teil eines Strategieprozesses
Bereits im Februar 2026 hatte der SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler beim Branchenmagazin DWDL angekündigt, dass der ESC finanzielle Opfer erfordern würde: „Uns war von Beginn an klar, dass wir die Federführung angesichts unserer finanziellen Situation nur durch Umschichtungen übernehmen können.“ Die Liveshows von „Verstehen Sie Spaß?“ wurden daher, bereits 2025, von vier auf zwei pro Jahr reduziert. Auf Nachfrage der AZ erklärt der SWR nun, dass diese dauerhafte Entscheidung aber nicht allein mit dem ESC zusammenhänge. Vielmehr sei sie Teil eines großen Strategieprozesses: „Wir möchten zukünftig generell mehr in die digitalen Ausspielwege investieren, um ein jüngeres Publikum anzusprechen“, so ein Sender. Unternehmensintern waren mit dieser Entscheidung alle einverstanden und es gab keine Unstimmigkeiten, versichert man der AZ.
ESC 2026: Welche Kosten muss der SWR tragen?
Auch wenn der Sender unabhängig vom ESC Budget-Umschichtungen vorgenommen hat, stellt die Federführung einen hohen Kostenaufwand dar. Der SWR wird dabei allerdings unterstützt, wie man der AZ erklärt: „Grundsätzlich sind alle Aktivitäten rund um den ESC in Deutschland eine Gemeinschaftsproduktion unter Federführung des SWR, zusammen mit HR und BR.“ Für die Finanzierung bedeute das konkret: „Dadurch werden 50 Prozent der Gesamtkosten durch den SWR getragen und der andere Teil durch die Partner sowie die ARD-Gemeinschaft.“ Doch was kostet es den SWR eigentlich, Sarah Engels nach Wien zu schicken? „Zu detaillierten Kosten unserer Produktionen können wir aufgrund der Verschwiegenheitspflicht bei Verträgen mit Dritten keine Auskunft geben“, so der Sender zur AZ. Man verrät jedoch so viel: „Die ESC-Startgebühr für Deutschland liegt im mittleren sechsstelligen Bereich.“
Eine Investition, die sich lohnen soll
Der Gegenwert ist hoch, wie der SWR betont: „Er besteht aus der Übertragung des ESC-Finales und der beiden Halbfinale – insgesamt rund acht Stunden für ein Millionenpublikum im Ersten, in ONE und der ARD Mediathek.“ Zuletzt erklärt der Sender, dass sich die Gesamtkosten im Vergleich zum vergangenen Jahr auf einem stabilen Niveau bewegen: „Abgesehen von üblichen, vor allem inflationsbedingten Steigerungen.“
Erfolg des ESC 2025
2025 war das Geschwister-Duo Abor & Tynna für Deutschland beim ESC angetreten und hatte den 15. Platz belegt. Durchschnittlich neun Millionen verfolgten vor einem Jahr das ESC-Finale im Ersten. Bei den 14- bis 29-Jährigen betrug der Marktanteil satte 78,8 Prozent (Das Erste und ONE).



