Schlechte Nachrichten für Bierliebhaber in Ostwestfalen: Der Warsteiner-Konzern schließt die Herforder Brauerei in Hiddenhausen. Auch der Standort in Paderborn steht auf der Kippe. Rund 220 Mitarbeiter und ihre Familien bangen um ihre Arbeitsplätze. Für die Region droht ein Stück Identität zu verschwinden.
Schließung für zweites Halbjahr 2026 angekündigt
Die Haus Cramer Gruppe, Dachgesellschaft der Warsteiner Brauerei, gab das Aus bekannt. Die Schließung der Herforder Brauerei ist für das zweite Halbjahr 2026 geplant. Sollte ein Verkauf der Brauerei in Paderborn scheitern, droht auch dort zum Jahresende 2026 das Ende. Fast 100 Arbeitsplätze in Herford und etwa 120 in Paderborn stehen auf dem Spiel.
Petition gegen die Schließung gestartet
Betroffene Mitarbeiter und ihre Familien haben eine Internet-Petition ins Leben gerufen: „Stoppt das Aus für Herforder: Tradition lässt sich nicht umfüllen!“ Initiator Thomas Gersmann kritisiert: „Eine über 140-jährige Brautradition soll beendet werden.“ Das Bier solle künftig als „Kuckucksei“ im über 80 Kilometer entfernten Warstein gebraut werden.
Produktion wird nach Warstein verlagert
Die Biermarken Herforder und Paderborner bleiben erhalten, werden aber künftig am Hauptstandort in Warstein produziert. Die Haus Cramer Gruppe reduziert damit ihre Brau-Kapazitäten um rund 30 Prozent. Grund ist der stark sinkende Bierkonsum in Deutschland. Das Unternehmen betont seine soziale Verantwortung und will sozialverträgliche Lösungen mit den Arbeitnehmervertretern erarbeiten. Ein Teil der Belegschaft soll in Warstein übernommen werden.
Bierkonsum in Deutschland schrumpft weiter
In Deutschland wird seit Jahren immer weniger alkoholhaltiges Bier getrunken. 2025 ging der Konsum um historische 5,8 Prozent zurück. Auch 2026 setzt sich der Abwärtstrend fort. Laut Deutschem Brauer-Bund haben in den letzten sechs Jahren 137 Betriebe aufgegeben, darunter viele jahrhundertealte Brauereien. Große Brauereien schließen Standorte, wie Oettinger in Braunschweig. Erst im März meldete die Maritius-Brauerei in Sachsen Insolvenz an, die unter anderem für Rewe produziert. Auch die 160 Jahre alte Rosenbrauerei Pößneck in Thüringen rutschte in die Insolvenz und wurde verkauft. Die Liste der Brauereischließungen wird immer länger.



