Buckelwal in Wismarbucht: Gestrandeter Meeressäuger schwimmt wieder frei
Buckelwal in Wismarbucht schwimmt wieder frei

Buckelwal in Wismarbucht: Gestrandeter Meeressäuger schwimmt wieder frei

In der Ostsee hat sich ein zuvor gestrandeter Buckelwal erneut aus seiner misslichen Lage befreit. Der zwölf bis fünfzehn Meter lange Meeressäuger konnte in der Nacht zu Sonntag mit steigendem Wasserstand von einer Sandbank in der Wismarbucht freikommen. Dies teilte der Sprecher des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommern, Claus Tantzen, mit. Der Wal wird nun von der Wasserschutzpolizei begleitet, die versucht, dem Tier zu folgen und seine Bewegungen zu überwachen.

Erneute Strandung nicht ausgeschlossen

Allerdings geben die Experten keine Entwarnung. Da die Gewässer in Küstennähe sehr flach sind, sei es ungewiss, ob der Wal erneut stranden werde, erklärte Tantzen weiter. Der Buckelwal war ursprünglich am Montagmorgen auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand entdeckt worden. Nach tagelangen Rettungsbemühungen zahlreicher Helfer hatte sich das Tier in der Nacht zum Freitag überraschend selbst befreit – es nutzte eine per Bagger ausgegrabene Rinne und schwamm aus der Lübecker Bucht in Richtung Mecklenburg, blieb jedoch in Küstennähe.

Bereits am Samstagnachmittag strandete der Wal dann erneut, dieses Mal in der Wismarbucht südlich der Insel Walfisch. Die Haut des Meeressäugers ist zu sehr erkrankt, um einen Sender zu befestigen, weshalb der Wal zwischenzeitlich verschwand. Umweltschützer suchten und fanden das Tier wieder, doch eine erneute Rettungsaktion gab es am Samstag nicht.

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Experten raten zur Ruhe für den Wal

Der Meeresbiologe der Organisation Greenpeace, Thilo Maack, betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Wir wollen dem Wal die Chance geben, sich selbst zu befreien.“ Er fügte hinzu: „Das Beste ist jetzt, den Wal komplett in Ruhe zu lassen.“ Wie es dem Tier gehe, sei schwer einzuschätzen und hänge von der Verfügbarkeit von Nahrung sowie seinem Stresslevel ab.

Warum der Buckelwal überhaupt in der Ostsee auftauchte, bleibt unklar. Großwale wie Buckelwale sind in der Ostsee nicht heimisch. Experten zufolge können sie auf der Suche nach Nahrung Fischschwärmen folgen und so in die Ostsee gelangen. Auch Unterwasserlärm könnte eine Rolle spielen.

Hintergrund und bisherige Sichtungen

Laut der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd handelt es sich bei dem Tier wahrscheinlich um den Wal, der zuvor bereits mehrfach vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gesichtet worden war. Anfang März hatte er durch sein Auftauchen im Hafen von Wismar Aufsehen erregt. Experten weisen darauf hin, dass immer mal wieder Großwale in der Ostsee gesichtet werden, die dann nach Wochen auch den Weg in die salzreichere Nordsee zurückfinden könnten.

Das Schicksal des Wals bewegt nicht nur viele Menschen in Deutschland, sondern auch im Ausland. Die Situation bleibt angespannt, da die flachen Küstengewässer eine erneute Strandung jederzeit möglich machen. Die Wasserschutzpolizei und Umweltschützer behalten den Wal weiterhin im Blick, in der Hoffnung, dass er sicher in tiefere Gewässer gelangt.

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