Fall des Buckelwals „Timmy“: Lehren für den Walschutz
Buckelwal „Timmy“: Lehren für den Walschutz

Der mehrfach in der Ostsee gestrandete Buckelwal „Timmy“ ist tot und treibt vor der Küste der dänischen Insel Anholt. Was bleibt von dem Wirbel um „Timmy“? Experten hatten von einem Transport des geschwächten Tieres abgeraten und seine Überlebenschancen als gering eingeschätzt. Dennoch gibt es aus dem Fall einige Lehren zu ziehen.

Aufmerksamkeit für die Bedrohung der Wale

Thilo Maack von Greenpeace und der Walforscher Fabian Ritter, Mitgründer des Vereins „M.E.E.R.“, machen auf die unzähligen Wale aufmerksam, die als Beifang in Fischereinetzen landen und qualvoll sterben. „Was da stattfindet in unseren Meeren, ist ein Exodus, der es von den getöteten Tieren oder sterbenden Tieren gesehen von der Anzahl her ganz locker mit der Walfang-Ära aufnehmen kann. Also das sind größere Opferzahlen als zu den höchsten Zeiten des brutalen Walfangs“, sagt Ritter. „Das zu durchdenken, zu überlegen, was ist da ursächlich dafür, nämlich in erster Linie die Fischerei, und wie damit umzugehen ist, das ist das Gebot der Zeit.“

Maack erhofft sich von dem Einzelschicksal mehr Aufmerksamkeit und Energie für den Schutz der Meere. Zerstörerische Fischereimethoden wie Stellnetze müssten in Meeresschutzgebieten verboten werden, erklärt der Biologe. Dies sei heute noch in Deutschland und vielen anderen Ländern legal und werde auch von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus verteidigt. „Und das darf natürlich nicht sein“, so Ritter.

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Ein besserer Plan für ähnliche Fälle

Greenpeace-Experte Thilo Maack sagte der dpa, es wäre sinnvoll, für Deutschland ein standardmäßiges Protokoll zu entwickeln, wie in Zukunft mit Walstrandungen umzugehen ist. Ähnlich hatte sich zuvor auch der Walforscher Boris Culik geäußert. Länder wie Dänemark, die Niederlande oder Großbritannien haben bereits festgelegte Pläne für solche Fälle.

Mitgefühl nicht nur für Wale

Im Wirbel um den Wal wurde Biologe Ritter selbst zur Zielscheibe von Drohungen und Hetze – wie viele Experten, die sich gegen die Pläne der privaten Initiative positionierten. In sozialen Medien tobte die Debatte um „Timmy“ teils in rauem Ton. „Ich persönlich würde mir noch wünschen, dass wir als Menschen noch mal darüber reflektieren, wie wir untereinander und miteinander umgegangen sind, wie sehr Diffamierung, Hetze und Bedrohung tatsächlich bis hin zu Morddrohungen da fast schon an der Tagesordnung waren“, kritisiert Ritter. Im heutigen Diskurs sei es für viele unerträglich, andere Meinungen zu ertragen. „Da können wir einiges lernen aus diesem Fall“, meint Ritter.

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