DDR-Stammtisch mit Egon Krenz und Ikonen: Gesprächsstoff für Generationen
DDR-Stammtisch mit Egon Krenz: Gespräche über Geschichte

DDR-Stammtisch in Waren: Egon Krenz trifft auf Sportlegenden und Kulturgrößen

Am Freitag, dem 6. März, wird der Bürgersaal in Waren zum Schauplatz eines außergewöhnlichen Treffens. Unter dem Titel „DDR-Stammtisch“ bringt Veranstalter Klaus Härtl kulturelle, sportliche und politische Größen aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik zusammen. Im Mittelpunkt steht dabei der ehemalige Staatschef Egon Krenz, der als Talk-Gast erwartet wird.

Prominente Gäste und persönliche Einblicke

Neben Krenz werden weitere bekannte Persönlichkeiten auf dem Podium Platz nehmen. Die 95-jährige Radsportikone Gustav „Täve“ Schur, ein Publikumsliebling der DDR, will dabei sein und von seinen Erfahrungen im alten und neuen Deutschland berichten. Auch der zweifache Olympiasieger im Marathon, Waldemar Cierpinski, wird erwartet. Er steht für unvergessene sportliche Erfolge und die legendären Kommentare des Sportreporters Heinz Florian Oertel, über die an diesem Abend gesprochen werden soll.

Aus der Musikszene haben sich Frank Schöbel, einer der bekanntesten Schlagersänger Deutschlands, und Boris Hirschmüller, ehemaliger Gitarrist von Monika Herz, angekündigt. Schöbel wird Einblicke hinter die musikalischen Kulissen der DDR geben, allerdings ohne Gesangseinlage. Hirschmüller plant die Präsentation von DDR-Schlagern.

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Generationenübergreifender Dialog und neue Perspektiven

Klaus Härtl betont, dass es bei diesen Stammtischen nicht nur um die „alten Genossen“ geht. „Da kommen nicht, wie man meinen möchte, die alten Genossen und die ewig Gestrigen, sondern auch die Kinder und Enkel von heute!“, erklärt der 62-Jährige. Das Publikum sei generationenübergreifend und zeige Interesse an einem Stück Erinnerung, das in gemeinsamen Vokabeln, Liedern und Unausgesprochenem wahrgenommen wird.

Der Abend soll Raum bieten für Biografien und Lebensgeschichten, die im Westen Deutschlands oft auf Stasi und Mauerfall reduziert werden. Härtl sieht darin eine Chance, über Brüche und Aufbrüche der Nachwendezeit zu sprechen – über private Ängste, Ziele, Hoffnungen und den Stolz auf Geleistetes, damals wie heute.

Pragmatischer Respekt und ostdeutsche Perspektive

Das Verhältnis zwischen Gregor Gysi und Egon Krenz, das von pragmatischem Respekt geprägt sei, steht symbolisch für die „Ost-Perspektive“, die viele Menschen in sich tragen. Härtl möchte diese Perspektive sichtbar machen und einen Raum schaffen, in dem man reden kann, „wie einem der sprichwörtliche Schnabel gewachsen sei“.

Der Veranstalter wirbt noch um Publikum für den 6. März. Plätze sind zum Einheitspreis von 35 bis 37 Euro verfügbar und können unter anderem online über das Portal Reservix gebucht werden. Der Abend verspricht, unterhaltsam und aufschlussreich zu sein – ähnlich wie das Buch von Krenz, das Gysi einst geschenkt wurde und das dieser vielleicht erst im Nachhinein zu schätzen wusste.

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