Einkaufen unter Zeltplanen: Edeka eröffnet provisorischen Markt in Kühlungsborn
Im Ostseebad Kühlungsborn hat sich ein ungewöhnliches Bild etabliert: Mitten im Ort steht ein großes weißes Zelt, das mit dem blau-gelben Edeka-Logo geschmückt ist. Hier hat der selbstständige Edeka-Kaufmann Tobias Bensch einen provisorischen Supermarkt eröffnet, während wenige hundert Meter entfernt die Abrissbagger an seinem alten Markt arbeiten.
Übergangslösung mit vollständigem Sortiment
Der 28-jährige Tobias Bensch erklärt die ungewöhnliche Maßnahme: "Unser alter Laden in der Reriker Straße wird aktuell abgerissen. Wir wollten unseren Kunden weiterhin eine Einkaufsmöglichkeit bieten und unsere 22 Mitarbeiter nicht in die Arbeitslosigkeit schicken." Das Zelt am Heinrich-Schreiber-Ring bietet mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche sogar etwas mehr Platz als der alte Markt, der über 750 Quadratmeter verfügte.
Erstaunlicherweise hat Bensch es geschafft, das komplette Sortiment in den Zeltmarkt zu übertragen und sogar zu erweitern. "Wir haben eine neue Tiefkühlabteilung eingebaut und Self-Scan-Kassen installiert", berichtet der Kaufmann stolz. Sogar eine vollwertige Fleischtheke findet sich in dem provisorischen Bau.
Millioneninvestition für den Neubau
Während im Zelt der reguläre Betrieb läuft, laufen die Vorbereitungen für den Neubau auf Hochtouren. Der neue Supermarkt an der Reriker Straße soll 1650 Quadratmeter umfassen und mehrere Millionen Euro kosten. Allein das Übergangszelt verursacht laut Bensch mittlere sechsstellige Kosten pro Jahr.
Der Kaufmann kündigt Besonderes an: "Wir planen, dem Kunden ein außergewöhnliches Einkaufserlebnis zu bieten, wie man das hier in Mecklenburg weit und breit noch nicht gesehen hat." Ein besonderes Highlight soll die Molli-Eisenbahn werden, die bereits im alten Markt in Miniaturform durch den Supermarkt fuhr. Im Neubau soll die Fahrstrecke über den Köpfen der Kunden deutlich verlängert werden.
Kundenzufriedenheit trotz provisorischer Lösung
Stammkunde Norbert Eppert (68) zeigt sich überrascht von der Qualität des Zeltmarktes: "Wir hätten alle nicht gedacht, dass es so gut wird. Ob Supermarkt-Gebäude oder Einkaufszelt fällt gar nicht auf. Teilweise gibt es hier sogar mehr Auswahl."
Tobias Bensch, der vor vier Jahren den Markt in Kühlungsborn übernommen hatte, betont die Unterstützung durch die Edeka-Zentrale: "Man trägt natürlich das unternehmerische Risiko, aber man hat auch die Expertise der Zentrale, wenn man mal nicht weiterweiß." Der Abriss des 33 Jahre alten Marktes sei unvermeidbar gewesen, da das Gebäude "sehr, sehr gut in die Jahre gekommen" sei.
Die Arbeiten verlaufen laut Bensch im Zeitplan. "Wir hoffen, dass wenn der Abriss komplett fertig ist, auch der Schnee weg ist, damit wir dort besser arbeiten können. Und dann wird Schlag auf Schlag alles Weitere gemacht", so der optimistische Kaufmann. Bis dahin bleibt das Einkaufszelt eine ungewöhnliche, aber funktionierende Übergangslösung für die Kühlungsborner.



