Edeka im Zelt: Temporärer Supermarkt in Kühlungsborn während Millionen-Neubau entsteht
Im Ostseebad Kühlungsborn hat sich ein außergewöhnliches Einkaufsszenario entwickelt. Während der alte Edeka-Markt in der Reriker Straße abgerissen wird, hat der selbstständige Edeka-Kaufmann Tobias Bensch (28) eine provisorische Lösung gefunden: Der Verkauf findet jetzt in einem riesigen, weißen Zelt mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche statt.
Provisorium mit voller Ausstattung
Das imposante Zelt am Heinrich-Schreiber-Ring ist von weitem sichtbar und trägt das charakteristische blau-gelbe Edeka-Logo. Trotz der ungewöhnlichen Umgebung bietet der temporäre Markt alles, was Kunden erwarten. Sogar eine Fleischtheke, eine neue Tiefkühlabteilung und moderne Self-Scan-Kassen sind vorhanden. Tobias Bensch erklärt: "Wir haben trotz 100 Quadratmetern weniger alles an Sortiment mit hereinbekommen und uns teilweise sogar verbessert."
Der Grund für diese unkonventionelle Maßnahme ist der Abriss des 33 Jahre alten Edeka-Marktes. Der bisherige Standort umfasste einen Einkaufsmarkt mit 750 Quadratmetern und einen Getränkemarkt mit 150 Quadratmetern. Bensch betont: "Unser alter Laden wird aktuell abgerissen. Wir wollen natürlich den Weiterverkauf ermöglichen und unseren Kunden weiterhin eine Einkaufsmöglichkeit bieten."
Millionen-Investition in die Zukunft
Während im Zelt der reguläre Betrieb läuft, entsteht an der Reriker Straße ein ambitionierter Neubau. Geplant ist ein Supermarkt mit rund 1.650 Quadratmetern Verkaufsfläche, der mehrere Millionen Euro kosten wird. Allein das provisorische Zelt dürfte über das Jahr einen mittleren sechsstelligen Betrag verschlingen.
Tobias Bensch kündigt für den Neubau Besonderes an: "Wir planen in den nächsten zwölf Monaten den Laden neu zu bauen und dem Kunden ein außergewöhnliches Einkaufserlebnis zu bieten, wie man das hier in Mecklenburg weit und breit noch nicht gesehen hat." Ein Highlight soll die Molli-Eisenbahn sein, die bereits im alten Laden in Miniatur durch den Supermarkt fuhr. Im neuen Geschäft wird die Fahrstrecke über den Köpfen der Kunden deutlich verlängert.
Positive Resonanz von Kunden und Mitarbeitern
Stammkunde Norbert Eppert (68) zeigt sich begeistert: "Wir hätten alle nicht gedacht, dass es so gut wird. Und ob Supermarkt-Gebäude oder Einkaufszelt fällt gar nicht auf. Teilweise gibt es hier sogar mehr Auswahl und von der Optik wirkt es auch größer."
Für die 22 Mitarbeiter bedeutet die Übergangslösung Sicherheit. Bensch wollte sie nicht in die Erwerbslosigkeit schicken und plant, sie auch im neuen Laden weiterzubeschäftigen. Der junge Unternehmer, der vor vier Jahren den Markt übernahm, trägt zwar das unternehmerische Risiko, kann aber auf die Unterstützung der Edeka-Zentrale zählen.
Die Bauarbeiten verlaufen laut Bensch im Zeitplan. "Wir hoffen, dass wenn der Abriss komplett fertig ist, auch der Schnee weg ist, damit wir dort besser arbeiten können. Und dann wird Schlag auf Schlag alles Weitere gemacht." Der alte Markt sei "sehr, sehr gut in die Jahre gekommen" und der Abriss daher unvermeidbar gewesen.



