Wenn der Osterhase zum Angreifer wird: Feldhasen in Anklam und ein kurioser Vorfall
Feldhasen in Anklam: Vom Stadthasen zum aggressiven Rammler

Feldhasen erobern die Stadt: Beobachtungen in Anklam

In der Anklamer Aradowsiedlung, rund um die Goethestraße und den Gellendiner Weg, bot sich kürzlich ein faszinierendes Naturschauspiel. Gegen 23 Uhr, als ich meinen Jeep auf einem Parkplatz abstellte, entdeckte ich einen Feldhasen, der regungslos auf einer Grasfläche saß und wie eine steinerne Skulptur wirkte. Nach einigen Momenten hoppelte das Langohr plötzlich in die Straßenmitte, und aus einem Seitenweg gesellte sich ein zweiter Hase hinzu. Die Straßenbeleuchtung erhellte die Szene perfekt, doch mein Fotoapparat mit Teleobjektiv lag unerreichbar hinter mir. Als ich ausstieg, flüchteten die beiden Mümmelmänner in Richtung Pasewalker Allee, da sie sich durch das Türgeräusch gestört fühlten.

Stadthasen als Teil des urbanen Lebens

Dies war bereits die zweite Begegnung mit einem Stadthasen innerhalb weniger Tage, nachdem mir zuvor in der Leipziger Allee ein weiteres Langohr vor das Auto gelaufen war. Meister Lampe, benannt nach seinem kleinen weiß leuchtenden Stummelschwanz, ist jedoch nicht der einzige Wildsäuger in Anklam. Im Stadtgebiet teilen sich Rot- und Rehwild, Wildschweine, Igel, Füchse, Waschbären, Steinmarder, Marderhunde und Eichhörnchen den Lebensraum. Historisch gesehen brachten die alten Germanen Hase und Ei miteinander in Verbindung, und der Osterhase wurde in Deutschland erstmals 1682 in einer Frankfurter Doktorarbeit erwähnt.

Rückgang und Wiederbelebung der Hasenpopulation

Während der DDR-Zeit führte die Großraumwirtschaft in der Landwirtschaft zur Beseitigung von Hecken, Feldsöllen, Gehölzen und Wiesenflächen, was vielerorts zum Rückgang der Hasenpopulation führte. In meiner Schulzeit wurden noch große Treibjagden um Pasewalk und Anklam durchgeführt, bei denen dutzende Hasen erlegt wurden. Heute sind solche Treiben selten, da viele Jäger auf die Bejagung verzichten und stattdessen Hegekonzepte umsetzen. In Mecklenburg-Vorpommern leben schätzungsweise wieder 140.000 Feldhasen, was im Nordosten etwa sieben Hasen pro 100 Hektar entspricht.

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Ein unerwarteter Angriff: Der bissige Hase

Doch der possierliche Feldhase kann auch eine aggressive Seite zeigen. In Niedersachsen wurde ein Hobbyjäger laut Presseberichten von einem freilebenden Feldhasen angegriffen und verletzt. Der Vorfall klingt so unwahrscheinlich, dass man es kaum glauben kann. Ein Bekannter des Jägers berichtete, von einem kräftigen Rammler auf dem Moped angegriffen worden zu sein, wobei sich das Tier in den Reifen des Hinterrades verbissen habe. Der Jäger eilte zur Hilfe, fuchtelte mit den Armen und schrie das Tier an, doch der Hase stürzte sich auf ihn und biss ihn mehrfach mit seinen großen Schneidezähnen ins Bein.

Feindseligkeit oder Krankheit?

Der Hase ließ nicht von der Wade des Jägers ab, bis der Bekannte mit einem Knüppel eingriff und das Tier stoppte. Ein Tierarzt wurde informiert, da der Verdacht auf Tollwut bestand. Glücklicherweise war der Hase frei von Tollwut-Viren, doch der Fachmann vermutete eine zentralnervöse Störung, hervorgerufen durch eine andere Virusinfektion. Für den Jäger hat die Weisheit „viele Jäger sind des Hasen Tod“ nun eine neue Bedeutung erhalten, da er erfahren musste, dass es auch umgekehrt ausgehen kann.

Naturwanderungen zur Entspannung

Für alle, die dem wundervollen Klang der Umwelt lauschen und beim Anblick von Wildsäugern, Adlern, Silberreihern und Blühwundern Stress abbauen möchten, bieten geführte Naturwanderungen eine Möglichkeit, Kraft zu tanken. Anmeldungen sind unter der Telefonnummer 015156074311 möglich.

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