Greenpeace-Prognose: Geretteter Buckelwal könnte in der Nordsee ertrinken
Greenpeace: Geretteter Wal könnte in Nordsee ertrinken

Dramatische Rettungsaktion für gestrandeten Buckelwal vor Poel

Vor der Insel Poel in der Ostsee läuft eine beispiellose Rettungsaktion für einen gestrandeten Buckelwal. Seit Ende März fesselt das etwa zwölf Meter lange Tier die Region, nachdem es mehrfach auf Sandbänken strandete und stark geschwächt wurde. Eine private Initiative, finanziert von Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und Unternehmerin Karin Walter-Mommert, hat nun ein Konzept umgesetzt, das auf Hochtouren vorbereitet wird. Doch die Umweltschutzorganisation Greenpeace äußert düstere Prognosen: Selbst bei einer erfolgreichen Rettung könnte der Wal in der Nordsee ertrinken.

Greenpeace warnt vor geringen Überlebenschancen

Ein Sprecher von Greenpeace erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, die Chancen für ein Überleben des Wals seien gering. „Die Chancen, dass er in der Nordsee landet und dort frei schwimmt, sind gering“, sagte er. Der Wal sei so geschwächt, dass er dort ertrinken könnte. Zudem leide das Tier unter Hunger, da es keine Nahrung aufnehmen könne, und habe Netzreste im Maul, die möglicherweise in die Haut eingewachsen seien. Diese Faktoren würden seine Überlebensfähigkeit im Atlantik, falls er dorthin gelangt, weiter mindern.

Technische Details der Rettungsoperation

Der Rettungsplan sieht mehrere komplexe Schritte vor:

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  • Zunächst wird der Schlick unter dem Wal weggespült, um Platz für Luftkissen zu schaffen.
  • Anschließend soll das Tier mit diesen Luftkissen angehoben und auf eine Plane zwischen zwei Schwimmpontons geladen werden.
  • Schlepper sollen den Wal dann in die Nordsee transportieren, wo er freigelassen werden soll.

Am Freitag wurden die Pontons im Hafen von Kirchdorf zusammengebaut und zu Wasser gelassen. Ein großes Ponton-Element wurde bereits in der Ostsee positioniert, um es U-förmig um den Wal zu arrangieren. Taucher spülten zudem den Schlick von der Unterseite des Wales frei, um die Platzierung der Luftkissen vorzubereiten.

Rechtliche und politische Hintergründe

Umweltminister Till Backhaus (SPD) von Mecklenburg-Vorpommern betonte, dass das Land die Rettungsaktion nicht genehmigt habe, da keine rechtliche Grundlage bestehe. „Das Land hat keine Genehmigung für die Rettungsmaßnahme erteilt – und konnte eine solche auch nicht erteilen“, so Backhaus. Stattdessen werde die Maßnahme geduldet, da das vorgelegte Konzept als Anzeige einer Inobhutnahme bewertet werde. Backhaus verteidigte den Versuch und verwies darauf, dass auch die Wissenschaft sich irren könne. Der Wal zeige weiterhin Aktivitäten wie regelmäßiges Atmen und gelegentliche Bewegungen.

Reaktionen aus Politik und Wissenschaft

Die Fraktionen im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern äußerten sich unterschiedlich. Die AfD kritisierte den plötzlichen Sinneswandel des Ministers, während die Grünen betonten, dass Rettungskonzepte auf tiermedizinischer Expertise basieren müssten. Der Meeresbiologe Boris Culik begrüßte die technischen Maßnahmen als vielversprechend, warnte jedoch vor dem ungelösten Problem der Netzreste im Maul des Wales. „Wenn man ihn nicht davon befreit, wie soll er sich dann ernähren und wieder zu Kräften kommen?“, fragte Culik.

Aktuelle Entwicklungen und öffentliches Interesse

Am Samstagmorgen begannen die Vorbereitungen erneut, mit Behördenmitarbeitern, die den Rettungsversuch vom Wasser aus überwachten. Der Ortseingang von Kirchdorf wurde gesperrt, um Anwohnern Ruhe zu gewährleisten, doch Schaulustige und Medienvertreter reisten weiter an. Die Rettungsinitiative betonte, dass sie sich nach dem Tempo des Tieres richte und keine genauen Zeitpläne nennen könne. Trotz der Warnungen von Greenpeace und anderen Experten bleibt die Hoffnung auf eine erfolgreiche Rettung bestehen, während die Region gespannt auf das Wochenende blickt.

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