Jarmen feiert sich als Vorzeigekommune: Staatssekretär lobt Engagement trotz geringer Einwohnerzahl
Jarmen: Kleinstadt mit großem Engagement wird gefeiert

Jarmen: Eine Kleinstadt feiert ihre großen Erfolge

Die Stadt Jarmen hat am Wochenende ihren offiziellen Jahresempfang 2026 im örtlichen Kulturzentrum ausgerichtet. Die Veranstaltung bot nicht nur einen umfangreichen Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate, sondern kündigte auch weitere Höhepunkte für die nahe Zukunft an. Was eine Kleinstadt mit weniger als 3000 Einwohnern ziemlich groß macht und sogar für landesweite Aufmerksamkeit sorgt, zeigte sich dabei deutlich.

Prominente Gäste und eine besondere Liebeserklärung

Zu den geladenen Gästen zählten neben zahlreichen Vertretern von Handwerk, Vereinen und Zivilgesellschaft die Bürgermeister der Städte Anklam, Loitz, Eggesin und Torgelow sowie der Nachbargemeinden Tutow, Bentzin, Kruckow und Alt Tellin. Besondere Aufmerksamkeit erregten Vorpommern-Greifswalds frisch gebackener Vizelandrat Falko Haack (CDU) und der Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg, Heiko Miraß (SPD).

Letzterer dürfte in seiner Amtszeit kaum einen Ort häufiger besucht haben als die Peenestadt – egal ob zu kulturellen, sportlichen oder offiziellen Veranstaltungen. „Die Stopps hier sind mir inzwischen eine echte Herzensangelegenheit“, erklärte Miraß und teilte ausdrücklich den Werbeslogan „Muss man gesehen haben“ der Stadt Jarmen.

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„Der Wikipedia-Eintrag kann nicht stimmen“

„Ich finde es unglaublich, wie viele Ideen und Projekte es hier gibt. Jarmen sucht wirklich seinesgleichen“, so der begeisterte Staatssekretär. Er führe die Kommune immer wieder als positives Beispiel und Mutmacher an, wenn er woanders sei. „Man denkt immer, der Wikipedia-Eintrag kann nicht stimmen“, erklärte Miraß mit Verweis auf die Einwohnerzahl von weniger als 3000. „Denn was hier passiert, das kriegen größere Städte nicht auf die Beine gestellt.“

Von Bürgerinitiativen bis zum einzigartigen Skate-Park

Bürgermeister André Werner präsentierte eine beeindruckende Liste an baulichen und sozialen Projekten:

  • Fußgängerüberweg an der Hauptstraße
  • Startschuss für einen Kreisverkehr an der L35
  • Neue Straßenbeleuchtungen und ein Löschwasserkissen in den Ortsteilen
  • Mehrgenerationenplatz in Groß Toitin
  • Für Mecklenburg-Vorpommern einzigartiger BMX-Skate-Park

Gerade die beiden letztgenannten Vorhaben entstanden aus Initiativen von Einwohnern heraus. Der BMX-Skate-Park wäre ohne die tatkräftige Unterstützung durch Spendenaktionen und freiwillige Arbeitseinsätze von Hunderten Unterstützern kaum möglich gewesen.

Ein übervoller Veranstaltungskalender

Der Terminkalender der Kleinstadt ist bemerkenswert voll:

  1. Sportliche Events wie der amtsweite Sportabzeichentag oder Bundesliga-Judo-Wettkämpfe
  2. Zahlreiche Märkte, Feiern, Treffen und Konzerte
  3. Regelmäßige Jarmener Gesprächskreise
  4. Jährliche Schaufenstergalerie anlässlich von „Kunst:Offen“
  5. Oldtimer- und Traktorentreffen
  6. Musikfestival „Wasted in Jarmen“
  7. Biberfest mit Drachenboot-Rennen auf der Peene

Diese Veranstaltungen werden maßgeblich von Ortsgruppen, dem Festkomitee oder engagierten Privatleuten organisiert.

Ehrenamt als tragende Säule

Die gerade erst eröffnete Kinderbibliothek und das noch junge Biberfest mit seinem Drachenboot-Rennen basieren vor allem auf ehrenamtlichem Engagement. Gleiches gilt für den im Vorjahr gegründeten Netzwerkverein „Kulturbrücke Peene-Tollense e.V.“, der Stammtische, Schulungen, Gesundheitsinitiativen und eigene Veranstaltungen organisiert.

Flankiert wird das Ganze von einer seit fast drei Jahrzehnten gelebten Partnerschaft zum polnischen Susz mit jährlichem Schüleraustausch sowie einer umfangreichen Kooperation mit der Kirchengemeinde und der Freiwilligen Feuerwehr.

Die Feuerwehr als gesellschaftlicher Akteur

Die Freiwillige Feuerwehr Jarmen leistet weit mehr als Brandbekämpfung und technische Hilfe. Die Kameraden und Kameradinnen beteiligen sich aktiv am gesellschaftlichen Geschehen ihres Heimatortes. 2025 organisierten sie beispielsweise einen Frühlingsmarsch für etwa 700 Kinder aus den Jugendwehren des gesamten Landkreises, der noch heute buchstäblich in aller Munde ist – nicht zuletzt wegen der Bewirtung mit Currywurst und Pommes.

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Anerkennung von höchster Stelle

Vizelandrat Falko Haack, der aus der Nachbargemeinde Neetzow-Liepen stammt, räumte freimütig ein, von vielen dieser Aktivitäten zum ersten Mal gehört zu haben. „Schon von daher hat sich der zugegebenermaßen recht kurze Weg zum Jahresempfang für mich gelohnt“, so Haack. Ihm imponiere, dass in der Peenestadt gemeinsam gehandelt statt gemeckert werde.

Die Jarmener können dank der erfolgreichen Nachwuchsarbeit ihres Motorsportvereins (MSC) bereits zwei neue Jugend-Europameister im Motoball vorweisen. Besondere Anerkennung fand jedoch der vom Ostdeutschen Sparkassenverband verliehene Preis als „Kommune des Jahres“.

Ehrungen für besonderes Engagement

Am Ende des Jahresempfangs wurden zwei besonders aktive Bürger ausgezeichnet: Der seit Jahrzehnten vielseitig ehrenamtlich engagierte Rentner Siegfried Peris sowie der MSC-Chef und Bauausschussvorsitzende Roger Nast durften sich ins Ehrenbuch der Kommune eintragen.

Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgten traditionell die Pastoren der Region mit ihrer Band „Reverends & Friends“. Das Finale bildete ihre zwölf Monate zuvor uraufgeführte Heimathymne zum Peenetal, abgeschlossen vom gemeinsamen Singen des Pommernliedes.

Bürgermeister André Werner fasste den Geist der Veranstaltung zusammen: „Diese Anerkennung gilt allen engagierten Männern, Frauen und Kindern aus der Stadt und ihrer Umgebung gemeinsam. Lasst uns so weitermachen. Mit den Menschen für die Menschen hier vor Ort.“