Möwen-Alarm in Warnemünde: So schützen sich Urlauber vor Fischbrötchen-Dieben
Möwen-Alarm: Schutz vor Fischbrötchen-Dieben in Warnemünde

Was für ein fulminanter Einstieg für den Kreuzfahrt-Reisenden Matthias Herold in Warnemünde: Kaum war der Familienvater aus Bayreuth mit Ehefrau und Töchtern an Land gegangen, raubte ihm am Vatertag eine Möwe das Fischbrötchen. Beim „Dänischen Eisparadies“ am Strom sollte ihm ein solcher „Diebstahl“ nicht noch einmal passieren. Skeptisch beäugte er nach dem Eiskauf den Himmel – und griff zu einem der roten Regenschirme, welche Ladenbesitzer Florian Kremser-Guoyke seinen Kunden seit dem vergangenen Herbst anbietet. In einem Ständer links von der Eistheke.

Deutlich weniger Eisschwund dank der Schutzschirme

Es sind keine normalen Schirme. Dienen sie doch als „Möwen-Schutzräume“. In Anspielung auf den „Euro-Rettungsschirm“ des Jahres 2010 und diverse Bankenrettungsschirme. „Es gibt deutlich weniger Eisschwund“, sagt Kremser-Guoyke. „Die Kunden sind zufrieden, dass sie dank der Schirme ihr Eis in Ruhe essen können. Es scheint zu wirken.“ Früher sei jedes dritte oder vierte Eis von den Möwen geraubt worden. Am Wochenende, so Kremser-Guoyke, könne man manchmal bis zu 40 Möwen-Schutzschirme sehen. So gut werde das Angebot angenommen, so groß sei aber auch der Bedarf.

Die Möwen-Police: Ersatz für geraubte Speisen

Eine praktische Idee. Doch der Erfinder des Möwenschutzes in Warnemünde heißt wohl Christoph Krause und ist Geschäftsführer der WAL-Strandbar. Bundesweit bekannt wurden er und seine Bar in den vergangenen Jahren durch die Einführung einer „Möwen-Police“. Jede Person, dessen Essen vom Imbissstand einer Attacke von Möwen zum Opfer gefallen ist, bekommt diese kostenfrei ersetzt – so das Versicherungsangebot. In diesem Jahr, so Krause, werde die Police noch ausgeweitet. „Auch unser Bar-Angebot ist künftig davon inbegriffen“, sagt Krause.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Schlauer als die Möwen sein

Das hält Krause und sein Team aber nicht davon ab, die Schutzvorrichtungen vor Möwen zu verbessern. „Wir haben verschiedene Segel gespannt. Die sind nicht bündig, sondern so, dass sich zwischen den Segeln Dreiecke befinden. Durch diese gelangt Sonnenlicht.“ Man habe schließlich die Erfahrung gemacht, dass die Möwen zwischen engen Verschattungselementen nicht nach unten auf Menschen flögen, sondern oberhalb blieben. Das System werde dieses Jahr noch weiter ausgebaut. Denn: „Die Möwen werden nicht dümmer, sondern schlauer. Das heißt, wir müssen auch schlauer werden.“

Zu diesem Maßnahmen-Katalog der Möwenabwehr gehört auch ein Möwen-Sensibilisierungsprogramm mithilfe von Warnplakaten am Strandaufgang. Krause erläutert: „Die Menschen, die aus Rostock kommen, sind eigentlich recht kompetent im Umgang mit Speisen und Möwen, aber Menschen, die vielleicht hier Urlaub machen und das noch nicht so kennen, sind häufig überrascht, wie nahbar die Tiere sein können.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration