Anfang März: Erste Sichtungen in Wismar
Am 3. März taucht der Buckelwal im Hafen von Wismar auf und zieht zahlreiche Schaulustige an. Einsatzkräfte entfernen Netzreste vom Tier, jedoch nicht vollständig. Die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd ist mit einem Schiff vor Ort. Am Abend schwimmt der Wal zurück in die Ostsee. Das Deutsche Meeresmuseum geht zunächst von einem Finnwal aus.
Am 4. März wird der Wal in der Lübecker Bucht vor Brook gesichtet. Sea Shepherd versucht vergeblich, verbliebene Leinenreste vom größeren Schiff „Triton“ aus zu entfernen. Am 7. März gelingt es von einem Schlauchboot aus vor Boltenhagen, Netzreste zu beseitigen.
Am 10. März verfängt sich der Wal vor Steinbeck in einem Fischernetz. Ein Fischer holt das Netz ein, wobei es durchtrennt wird. Das Tier schwimmt anschließend seewärts. Am 19. März beobachtet Sea Shepherd, wie der Wal vor Travemünde in die Trave schwimmt. Einen Tag später gelingt es der Organisation, mit einem Spezialwerkzeug einen Teil der Leine zu entfernen. Der Wal schwimmt mit Netzresten Richtung offenes Meer.
Erste Strandung vor Timmendorfer Strand
Am 23. März wird der Wal auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand entdeckt. Er sitzt fest, und es wird bestätigt, dass es sich um einen Buckelwal handelt. Tagelange Rettungsversuche beginnen, unter anderem graben Bagger eine Rinne. Am 27. März schwimmt der Wal weg und wird in der Lübecker Bucht gesichtet.
Weitere Strandungen in der Wismarbucht
Am 28. März verharrt der Wal auf einer Sandbank in der Wismarbucht südlich der Insel Walfisch. Einen Tag später schwimmt er kurzzeitig los, bleibt aber erneut liegen. Am 30. März versuchen Experten, das Tier mit Lärm zu animieren. Der Wal schwimmt in die falsche Richtung und wird am Hafen von Wismar gesehen.
Am 31. März wird der Buckelwal erneut vor Wismar gesichtet und verharrt im Kirchsee vor der Insel Poel. Am 1. April stellen die Verantwortlichen die Rettungsversuche ein, um dem geschwächten Wal Ruhe zu gönnen. Ein Vermessungsboot erkundet die Umgebung für eine spätere Bergung.
Gutachten und letzte Rettungsversuche
Am 7. April stellen Experten ein Gutachten vor: Der Wal sei „schwerstkrank“, mit verschlechtertem Hautzustand und möglichen Organschäden. Eine Rettung könnte zum Tod durch Stress führen. Am 11. April wird ein weiterer Versuch mit Walgesängen unternommen, bleibt aber erfolglos.
Am 15. April gibt Umweltminister Backhaus grünes Licht für eine private Rettungsaktion. Die Unternehmerin Karin Walter-Mommert und Mediamarkt-Gründer Walter Gunz finanzieren den Transport auf einer Plane zwischen Pontons. Am 16. April trifft ein Lkw-Konvoi mit Kränen und Pontons ein. Ein Taucher nähert sich, der Wal reagiert heftig. Am 18. April werden Tücher und eine Arbeitsplattform eingesetzt.
Wal schwimmt los und setzt wieder auf
Am 20. April schwimmt der Wal nach drei Wochen von selbst los. Teammitglieder versuchen, ihn Richtung offene Ostsee zu treiben. Nach zwei Stunden verharrt er erneut im Flachwasser am Übergang zur Wismarbucht. Am 27. April trifft eine Barge ein, die den Wal in die Nordsee bringen soll. Am 28. April wird der Wal durch eine gebaggerte Rinne zur Barge bugsiert. Ein Schlepper zieht die Barge Richtung Nordsee.
Freilassung und Tod
Am 2. Mai wird der Buckelwal von der Barge in die Nordsee gelassen. Am 3. Mai gibt es keine Daten vom Sender. Am 15. Mai wird ein toter Wal vor der dänischen Insel Anholt entdeckt. Am 16. Mai bestätigt die Seriennummer des Senders: Es ist der Buckelwal, um dessen Rettung seit März gerungen wurde.



