Ostsee-Effekt: Urlaubsbuchungen an der Küste steigen deutlich an
Ostsee-Effekt: Buchungen steigen deutlich an

Kommt jetzt die große Ostsee-Offensive? Nach Angaben von Frank Martens, dem Direktor des Ringhotels Warnemünder Hof, verzeichnet das Haus im Ostseebad seit Mitte März höhere Zuwächse als zum gleichen Zeitraum im Jahr 2025. Trotz üblicher Bremseffekte wie einer Fußball-Weltmeisterschaft nähern sich die Vorbuchungen inzwischen dem Vorjahresstand, so Martens, der auch Vorsitzender des Tourismusvereins Rostock und Warnemünde ist.

Schwach gestartet, dann gut zugelegt

Noch bis Ende Februar lagen die Vorbuchungsstände für die gesamten Monate 2026 rund neun Prozent unter dem Niveau des Vorjahres, so Martens. Nun die Wende. Die Frage, ob es im Zuge des Nahost-Kriegs und der angestiegenen Spritpreise in Deutschland einen Ostsee-Effekt gebe, bejaht Martens. „Viel spricht dafür. Die Leute meiden Fernreisen in risikoreiche Regionen. Ergänzend haben die Flugpreise ebenfalls angezogen. Inländische Reiseziele wie die beliebte Ostseeküste werden als sicherer angesehen, und sie ist billiger zu erreichen“, so Martens. Aktuell wird dieser Trend vom Ringhotel in Warnemünde noch unterstützt, indem von Hotelgästen bei Buchung bestimmter Angebote die Pkw-Anfahrtskosten übernommen werden.

Auch im Hochsegmentbereich tut sich etwas

Auch bei den gehobenen Hotels an der Ostsee scheint der Ostsee-Effekt zu wirken. So sagt Susann Plath, Geschäftsführerin des Hotels The Grand in Ahrenshoop auf Fischland-Darß, auf Nachfrage: „Grundsätzlich spüren wir durchaus, dass viele Gäste sehr bewusst reisen und dabei besonderen Wert auf Qualität, Erholung, Verlässlichkeit und eine unkomplizierte Anreise legen. Davon profitieren wir mit unserem Angebot im gehobenen Segment bereits seit Längerem.“ Tatsächlich beobachtet das Hotel laut Plath derzeit aber auch, „dass einige unserer Stammgäste, die ohnehin mehrmals im Jahr zu uns reisen, ihre Aufenthalte aktuell noch häufiger einplanen.“ Nicht zuletzt, weil andere internationale Lieblingsziele für manche momentan weniger attraktiv erscheinen würden. „So wurde uns von geplatzten Malediven- oder Dubai-Reisen berichtet, aber auch, dass aufgrund von Umbuchungen anderer Reisender weitere Reiseziele auch bereits überbucht waren“, so Plath weiter.

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Christi Himmelfahrt und Pfingsten zuversichtlich im Blick

Untermauert wird der Ostsee-Trend durch eine aktuelle Umfrage der MV Tourismus GmbH unter mehr als 200 Teilnehmern in Mecklenburg-Vorpommern, darunter Beherbergungsbetriebe, gastronomische Einrichtungen sowie Freizeit- und Erlebnisanbieter. Demnach erwarten die Gastgeber im Urlaubsland für Christi Himmelfahrt und Pfingsten eine Auslastung auf dem Niveau des Vorjahres. Genauer gesagt: Die Befragten erwarten an Himmelfahrt eine Auslastung der Logis-Angebote von rund 73 Prozent (im Vergleich Himmelfahrt 2025: 76 Prozent) und zu Pfingsten von 76 Prozent (im Vergleich Pfingsten 2025: 77 Prozent). Dazu Peter Kranz, Geschäftsführer der MV Tourismus GmbH: „Unsere starken Gastgeber sind startklar für die kommenden Feiertags-Wochenenden. Sie schauen mit Zuversicht und Realismus auf die anstehende Saison. Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich von seiner schönsten Seite.“

Preise für touristische Leistungen gestiegen

Erstaunlich an diesen stabilen Buchungszahlen: Die Preise für touristische Leistungen sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund vier Prozent gestiegen. Knapp jeder zweite Befragte gab an (49 Prozent), die Preise erhöht zu haben (um bis zu 15 Prozent), 14 Prozent gaben an, die Preise um mehr als 15 Prozent angezogen zu haben. Nur 13 Prozent haben ihre Preise so ausgewiesen wie im Vorjahr. Dass trotzdem Reiseziele in MV attraktiv bleiben, kann offenbar nur etwas mit den – global gesehen – relativ günstigen Angeboten und Unkosten zu tun haben. Auf Mecklenburgisch gesagt: Der Ostsee-Effekt wirkt.

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