Peenebrücke nach Usedom: Kostenexplosion und Verzögerung bis 2029
Peenebrücke: Kostenexplosion und Verzögerung bis 2029

Verzögerung beim Brückenbau: Peenebrücke nach Usedom lässt auf sich warten

Das Großprojekt zur Entlastung der Verkehrssituation rund um die Ostseeinsel Usedom, die Ortsumgehung Wolgast mit der neuen Peenebrücke, wird sich deutlich verzögern. Wie das Straßenbauamt Neustrelitz am Freitagabend mitteilte, soll die Brücke nun erst Ende 2029 für den Verkehr freigegeben werden. Ursprünglich war ein früherer Fertigstellungstermin geplant gewesen.

Bauarbeiten starten mit Schwimmbaggern

Eine Bietergemeinschaft um das Schweizer Unternehmen Implenia hat den Zuschlag für das Mammutprojekt erhalten und einen detaillierten Bauzeitenplan vorgelegt. Derzeit sind Schwimmbagger im Einsatz, um den Peenegrund an den künftigen Pfeilerstandorten von Schlick zu befreien. Parallel dazu beginnen an Land die Vorbereitungen für die ersten Bohrungen der landseitigen Pfeiler. Das Baukonzept setze auf möglichst kalkulierbare und risikoarme Abläufe, so das Straßenbauamt.

Kosten explodieren auf 500 Millionen Euro

Die Auftragssumme für das Brückenbauwerk beträgt 421 Millionen Euro. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Ortsumgehung Wolgast auf rund 500 Millionen Euro. Dies ist eine massive Steigerung gegenüber den ursprünglich veranschlagten 138 Millionen Euro. Als Gründe für die Kostensteigerung und Verzögerung nannte die Behörde einen schwierigen Baugrund, ein verlängertes Vergabeverfahren aufgrund einer Klage vor dem Oberlandesgericht Rostock sowie Anpassungen im Bauablauf zugunsten stabilerer und weniger störanfälliger Bauverfahren.

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Technische Details der neuen Brücke

Die geplante Brücke über die Peene wird eine acht Meter breite, zweispurige Fahrbahn auf einer Gesamtlänge von rund 1,4 Kilometern erhalten. Mit einer lichten Höhe von 42 Metern über dem Peenestrom und bis zu 70 Meter hohen Pylonen können Schiffe die Peene künftig ohne Brückenöffnungen passieren. Dadurch sollen sowohl Verkehrsstaus auf dem Festland als auch auf der Insel Usedom deutlich reduziert werden.

Das Projekt war im Herbst des Vorjahres ein großes Politikum, als ein nächtliches Telefongespräch zwischen Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Finanzierung aus dem Sondervermögen Infrastruktur sicherstellte. Trotz der Verzögerung und Kostenexplosion bleibt die Ortsumgehung ein zentrales Vorhaben zur Entlastung der Urlaubsinsel Usedom.

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