Am 3. Mai 1945 starben bei der Versenkung der KZ-Schiffe „Cap Arcona“ und „Thielbek“ in der Lübecker Bucht etwa 7000 Häftlinge aus ganz Europa. 400 Opfer wurden zunächst in Groß Schwansee am Strand begraben und später nach Grevesmühlen umgebettet. Nun fand zum 18. Mal eine gemeinsame Radtour statt, die diese beiden Gedenkorte verbindet.
Gedenkveranstaltung in Grevesmühlen
Der Start erfolgte traditionell an der Cap-Arcona-Gedenkstätte in Grevesmühlen auf dem Tannenberg. Bürgermeister Lars Prahler betonte: „Bis heute werden vereinzelt menschliche Gebeine angeschwemmt, die am 3. Mai 1945 ausgelöscht wurden. Sie werden hier würdig beigesetzt.“ Er erinnerte daran, dass die Gedenkstätte im nächsten Jahr 70 Jahre alt wird und kürzlich restauriert wurde.
Route und Teilnehmer
Die knapp 27 Kilometer lange Tour führte über Gostorf, Roggenstorf, Rankendorf und Kalkhorst nach Groß Schwansee an die Ostsee. 75 Menschen nahmen teil. Sven Schiffner, Sprecher des Förderkreises Cap-Arcona-Gedenken, erklärte: „Groß Schwansee ist der Ort der fehlenden 3000. Denn es fehlen 3000 Gräber – die Opfer blieben auf der Ostsee oder wurden am Strand verscharrt.“
Lebendige Erinnerung statt Ritual
Am Zielort trugen sich die Teilnehmer in das Gedenkbuch ein und legten einen Kranz am Birkenkreuz nieder. Die Tour wurde vor 20 Jahren ins Leben gerufen, um sich vom instrumentalisierten Gedenken der DDR abzugrenzen. Schiffner sagte: „Die Idee ist eine Fahrradtour, die beide Gräber verbindet. Es soll ein schöner Tag sein – das Leben erinnert sich an den Untergang der Schiffe, und das ist der Sinn.“



