Ostsee-Urlaub: Rauchfreie Strände könnten sich in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ausweiten
Die Sonne brennt, die Strände sind überfüllt und das Wasser lockt – doch ein Ärgernis trübt das Urlaubsvergnügen an der Ostsee zunehmend. Liegengelassene Zigarettenkippen sorgen an den Küsten von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern regelmäßig für Unmut. Derzeit müssen Raucher an den meisten Stränden noch keine Sanktionen befürchten, doch das könnte sich bald ändern.
Tourismusverbände denken über rauchfreie Zonen nach
In einigen Kommunen an Nordsee und Ostsee existieren bereits rauchfreie Bereiche. Peter Kranz, Geschäftsführer der MV Tourismus GmbH, betonte: „Wir sind Familien-Urlaubsland, wir sind ein Land, in dem nachhaltig gedacht und die Strände geliebt werden – insofern kann es sinnvoll sein, sich mit dem Thema eingehend zu beschäftigen.“ Im Ostseebad Göhren auf Rügen gibt es seit mehreren Jahren ausgewiesene Nichtraucherzonen am Strand.
Stefan Borgmann, Geschäftsführer der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH), erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Je weniger Müll im Sand liegt, desto besser für Natur, Umwelt und Mensch.“ Dieser Ansatz spiegelt sich in konkreten Maßnahmen wider.
Bestehende Nichtraucherzonen an der Küste
Die Umsetzung rauchfreier Bereiche variiert je nach Ort:
- In Wyk auf Föhr ist das Rauchen am Strand grundsätzlich untersagt und nur in speziellen Raucherbereichen in fünf ausgewiesenen Strandabschnitten erlaubt. Nichtraucherzonen existieren hier seit Ende 2020.
- In Eckernförde (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ist der komplette Hauptstrand seit 2022 eine ausgewiesene rauchfreie Zone.
- Auf Sylt gibt es hingegen keine Verbotszonen für das Rauchen von Zigaretten. Stattdessen setzt der Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS) auf Strandreinigung und Aufklärungsarbeit. Während der Saison werden die Strände mit speziellen Reinigungsmaschinen gesäubert, und kostenlose Strandaschenbecher werden angeboten.
Internationaler Trend zu rauchfreien Stränden
Der Trend zu rauchfreien Küstenabschnitten ist kein deutsches Phänomen. Weltweit nehmen solche Zonen zu, unter anderem in beliebten Urlaubsländern wie Spanien, Frankreich und Italien. Diese Entwicklung unterstreicht das wachsende Bewusstsein für Umweltschutz und die Gesundheit von Strandbesuchern.
Die Diskussion in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zeigt, dass die touristischen Regionen die Balance zwischen Besucherfreundlichkeit und Nachhaltigkeit suchen. Während einige Orte auf strikte Verbote setzen, bevorzugen andere wie Sylt edukative Ansätze und technische Lösungen. Die Entscheidung über eine mögliche Ausweitung der rauchfreien Zonen wird in den kommenden Monaten erwartet und könnte den Ostsee-Urlaub nachhaltig verändern.



