Rostocker Eisdiele mit DDR-Rezeptur zählt zu den besten in Deutschland
Eine Eisdiele aus Rostock hat es mit ihrem DDR-Softeis unter die Top 100 der besten Eisdielen in Deutschland geschafft. Die Eiswerkstatt Rostock wurde auf der Fachmesse Gelatissimo, die sich als größte Messe für handwerklich hergestelltes Speiseeis nördlich der Alpen bezeichnet, ausgezeichnet. Dies unterstreicht die Bedeutung traditioneller Herstellungsmethoden in der modernen Eiskultur.
Tradition aus DDR-Zeiten: Rezepte und Maschinen im Fokus
Mitgründer Felix Rehberg, 36 Jahre alt, betont den besonderen Charakter der Eiswerkstatt. "Unsere Maschinen arbeiten ohne Luftaufschlag. Das Eis ist komprimierter, es ist noch wie früher. Man kriegt noch diesen klassischen Gehirnfrost, sage ich mal, wenn man das Eis zu schnell isst", erklärt er. Die Eisdiele setzt bewusst auf historische Maschinen, die teilweise aus den 1980er Jahren stammen und aus einem Berliner Keller gerettet wurden.
Rehberg weist darauf hin, dass viele Anbieter zwar DDR-Softeis anbieten, aber oft neue Maschinen verwenden. "Viele schreiben zwar DDR-Softeis ran, aber das ärgert mich manchmal auch ein bisschen, denn viele haben es einfach nicht", sagt er. Die Eiswerkstatt hingegen hält an der Original-Rezeptur aus den 1970er Jahren fest, die von Herstellern wie Anona oder Komet stammt und vor einigen Jahren erworben wurde.
Produktion und Angebot: Ganzjähriger Betrieb mit Vielfalt
In Dierkow wird das Eis produziert, wobei am Wochenende auch vor Ort geöffnet ist. Das Unternehmen betreibt insgesamt vier Filialen in Rostock, darunter am Hopfenmarkt und im Warnowpark, mit Plänen für eine Wiedereröffnung am Globus in Roggentin im Frühjahr. Im Gegensatz zu vielen italienischen Eisdielen, die nur im Sommer öffnen, bleibt die Eiswerkstatt ganzjährig geöffnet, um Mitarbeiter zu halten und wirtschaftlich stabil zu bleiben.
Das Sortiment umfasst 40 bis 45 Eissorten, wobei Klassiker wie Schoko-Vanille, Erdbeer-Vanille, Himbeere und Joghurt-Heidelbeere besonders beliebt sind. Zusätzlich werden heiße Leckereien wie Waffeln und Crêpes angeboten, sowie Frozen Joghurt und 25 Toppings zur Garnitur. Für den Winter gab es sogar Wurstgulasch auf dem Weihnachtsmarkt, allerdings ohne Eis-Kombination.
Auszeichnung und Zukunftsperspektiven
Die Auszeichnung auf der Gelatissimo wird von Rehberg als "coole Geschichte" beschrieben, da sie direkt aus der Eis-Szene kommt. Für 2026 sind keine neuen Filialen geplant, da die Mieten und Nebenkosten zu hoch sind. Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen auf die bestehenden Standorte und den Vertrieb in Lebensmittelläden wie Edeka und Rewe in ganz Mecklenburg-Vorpommern und bis nach Hamburg.
Die Eiswerkstatt Rostock zeigt, wie traditionelle Handwerkskunst aus DDR-Zeiten in der heutigen Gastronomie erfolgreich fortgeführt werden kann. Mit ihrem Engagement für alte Rezepte und Maschinen setzen sie ein Zeichen für Qualität und Authentizität in der Eisherstellung.



