Enttäuschende Bilanz nach Rostocker Ostermarkt: Schausteller verzeichnen deutlichen Umsatzrückgang
Die Stimmung bei den Schaustellern nach dem diesjährigen Ostermarkt in Rostock ist gedämpft. Fahrgeschäfte sowie Imbiss- und Ausschankbetriebe mussten einen Umsatzrückgang von etwa 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Peer Hamberger, Vorsitzender des Schaustellerverbandes Mecklenburg-Vorpommern, beschreibt die Situation für die Branche als zunehmend schwierig. „Die Leute halten ihr Geld zusammen. Das ist auch verständlich. Aber wir haben stark gestiegene Kosten bei Benzin, Standgebühren, Wareneinkauf und auch Personal“, so Hamberger. Die Zukunft der Branche erscheint ungewiss.
Preiserhöhungen werden bewusst vermieden
Für Hamberger steht fest, dass sich die Schausteller zukünftig mit weniger zufrieden geben müssen. „Wir müssen uns zukünftig mit weniger zufrieden geben“, betont er. Die gestiegenen Kosten sollen nicht einfach an die Besucher weitergegeben werden. „Wir wollen keine Preiserhöhungen“, unterstreicht der Verbandsvorsitzende. Diese Haltung teilt auch der Rostocker Schausteller Alfred Geisler. „Wir können die Preise nicht einfach erhöhen, denn dann bleiben die Leute weg und wir machen uns unser Geschäft kaputt“, erklärt er. Beim traditionellen Saisonauftakt Ostermarkt konnten die Preise an Fahrgeschäften und Imbissständen noch auf Vorjahresniveau gehalten werden. Wie dies in Zukunft gelingen soll, bleibt jedoch offen.
Großer Besucherandrang, aber verhaltenes Kaufverhalten
Katrin Mau von der Großmarkt Rostock GmbH, die den Markt veranstaltet, berichtet zwar von einem großen Besucherandrang. „Die Stimmung war fröhlich und das oft frühlingshafte Wetter lockte viele Menschen in die Innenstadt. Der Markt war sehr oft gut gefüllt“, sagt sie. Allerdings ergänzt sie: „Allerdings war das Kaufverhalten der Besucher im Vergleich zum Vorjahr etwas verhaltener. Die Besucher überlegen derzeit schon, wofür sie ihr Geld ausgeben, verständlich bei der aktuellen wirtschaftlichen Situation.“
Diese Beobachtung bestätigt Peter Friedrich, der als Pesto Peter einen Stand auf dem Ostermarkt betrieb. Zwar seien ausreichend Besucher da gewesen, diese hätten sich beim Konsum aber deutlich zurückgehalten. „Zudem war die Nachfrage nach den günstigeren Produkten stärker“, hat er festgestellt. Alfred Geisler macht ähnliche Erfahrungen: „Die Leute sparen ihr Geld zuerst beim Vergnügen, beziehungsweise sie haben gar kein Geld mehr. Statt zwei- oder dreimal gehen sie nur noch einmal auf den Ostermarkt. Das ganze Volk hat weniger in der Tasche als noch vergangenes Jahr. Das brauchen wir nicht schönzulügen.“
Explodierende Kosten und existenzielle Sorgen
Die knapp 90 Mitglieder des Schaustellerverbandes MV ächzen unter den zuletzt explosionsartig gestiegenen Benzinpreisen. Bis zu 1000 Euro bezahlen die Schausteller aktuell für eine einzige Tankfüllung ihrer Zugmaschinen. „Ich sehe die Gefahr des finanziellen Ruins, wenn die Preise nicht runtergehen“, schildert Alfred Geisler die prekäre Lage. „Wir versuchen Kosten zu sparen und überlegen uns ganz genau, auf welchen Markt wir fahren“, sagt er und fügt kritisch hinzu: „Es ist existenzbedrohend, was gerade von der Politik gemacht wird.“ Auch Verbandsvorsitzender Hamberger hofft kurzfristig auf Erleichterungen für die Branche seitens der Bundesregierung.
Pfingstmarkt als nächster Stimmungstest
Der nächste Stimmungstest für die Schaustellerbranche steht bereits bevor: Nach dem Ostermarkt folgt der Pfingstmarkt. Dieser findet vom 22. bis 25. Mai im Rostocker Stadthafen statt. Fahrgeschäfte, allerhand Belustigungen sowie eine bunt gemischte Schlemmer- und Marktmeile sollen an den vier Tagen wieder bis zu 10.000 Besucher an die Kaikante locken. Es werden etwa 60 Fahrgeschäfte und Stände erwartet. Am Freitag ist Familientag und am Samstag organisiert der Schaustellerverband MV wie schon beim Ostermarkt erneut einen Superheldentag. Ob die Besucher dann wieder bereit sind, mehr Geld auszugeben, bleibt abzuwarten.



