Schloss Spyker auf Rügen: Zwangsversteigerung im Juni 2026
Schloss Spyker auf Rügen wird zwangsversteigert

Das historische Schloss Spyker auf der Insel Rügen steht erneut vor einer Zwangsversteigerung. Wie die Ostsee-Zeitung berichtet, soll das Anwesen am 18. Juni im Amtsgericht Stralsund versteigert werden. Der gerichtlich festgelegte Verkehrswert beträgt 2,84 Millionen Euro. Hintergrund sind offene Schulden des letzten Eigentümers. Parallel dazu wird das Schloss in mehreren Online-Portalen zu höheren Preisen angeboten.

Ein Wahrzeichen mit langer Geschichte

Schloss Spyker gilt als ältester weltlicher Bau der Insel Rügen und wurde bereits im Jahr 1318 erstmals urkundlich erwähnt. Mit seinen vier markanten Rundtürmen, der charakteristischen roten Fassade und der idyllischen Lage am Spyker See zählt es zu den bekanntesten historischen Gebäuden der Region. Das heutige Erscheinungsbild erhielt das Schloss während der schwedischen Herrschaft. Nach dem Westfälischen Frieden fiel Rügen an Schweden, und 1649 übergab man das Anwesen an Carl Gustav von Wrangel. In den folgenden Jahren ließ er die frühere Burg zu einem repräsentativen Schloss umbauen und mit dem typischen schwedischen Falunrot streichen.

Schwedisches Erbe und kulturelle Bedeutung

Nicht nur äußerlich, sondern auch im Inneren birgt das Schloss bedeutende kulturhistorische Schätze. Die barocken Stuckdecken gelten als außergewöhnlich und werden als herausragend für den gesamten Ostseeraum beschrieben. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Besitz mehrfach, bevor das Anwesen für eine lange Zeit der Familie zu Putbus gehörte. Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich die Nutzung grundlegend: Zunächst diente das Schloss als Unterkunft, später in der DDR als FDGB-Erholungsheim. Nach der Wiedervereinigung wurde es aufwendig restauriert und als Hotel weitergeführt.

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Vom Hotel zur erneuten Zwangsversteigerung

Der Hotelbetrieb erwies sich jedoch auf Dauer als wirtschaftlich schwierig. Bereits im Jahr 2006 wurde Schloss Spyker zum ersten Mal zwangsversteigert. Damals wechselte das Anwesen den Besitzer, verbunden mit ambitionierten Plänen für Hotel, Park und die gesamte Gutsanlage. Trotz dieser Anläufe kam das Haus nicht dauerhaft zur Ruhe. Laut Informationen der Ostsee-Zeitung war das Schloss in den vergangenen Jahren von wechselnden Firmenkonstruktionen, offenen finanziellen Fragen und ausbleibenden Lohnzahlungen geprägt. Seit Herbst 2024 steht das Gebäude unter Zwangsverwaltung und blieb für die Öffentlichkeit geschlossen.

Ein kleiner Lichtblick: Schlosscafé im Gewölbekeller

Trotz der schwierigen Situation gibt es einen positiven Ausblick. Im historischen Gewölbekeller des Schlosses soll ein Schlosscafé eröffnen, betrieben von einem jungen Paar aus der Region. Für die laufende Saison ist der Betrieb bereits zugesichert. Dies ändert zwar nichts an der ungeklärten Eigentümerfrage, zeigt aber, dass an diesem geschichtsträchtigen Ort weiterhin Leben möglich ist. Am 18. Juni wird sich nun entscheiden, ob für das falunrote Schloss ein neues Kapitel beginnt.

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