Schloss Dwasieden: Vom Luxusgut zur Ruine
Einst war es ein prachtvolles Anwesen direkt an der Ostsee bei Sassnitz auf Rügen. Erbaut von einem der reichsten Männer seiner Zeit, bot Schloss Dwasieden riesige Marmorsäulen, prunkvolle Säle und einen atemberaubenden Panoramablick auf das Meer. Doch der Glanz ist längst verblasst. Heute verfällt das Gebäude zusehends – und ist dennoch beliebter denn je.
Die Geschichte des weißen Schlosses am Meer
Von 1873 bis 1877 ließ der Hamburger Kaufmann Adolph von Hansemann das Schloss errichten. Es wurde bald als „Das weiße Schloss am Meer“ bekannt. Doch die glanzvolle Zeit währte nicht lange. Nach dem Tod von Hansemanns Sohn übernahm die Kriegsmarine das Anwesen. Im Zweiten Weltkrieg diente es aufgrund seiner strategischen Lage direkt an der Küste als Stützpunkt für die Marine. Nach Kriegsende besetzte die Rote Armee Sassnitz. Für die neue Besatzungsmacht galt das Schloss als Symbol des alten Regimes, weshalb 1948 die Sprengung beschlossen wurde. Die Explosion zerstörte weite Teile des Gebäudes; nur einige Ruinen der Seitenflügel blieben erhalten.
Natur erobert die Ruine
In den vergangenen Jahrzehnten hat die Natur das ehemalige Prachtbauwerk fest im Griff. Efeu überwuchert die Mauern, Bäume wachsen durch zerborstene Fenster. Trotz des fortschreitenden Verfalls zieht die Ruine zahlreiche Besucher an. Lost-Place-Jäger und Fotografen schätzen das geheimnisvolle Ambiente. Die beliebte Fotomotiv bietet einen einzigartigen Kontrast zwischen vergangener Pracht und heutigem Verfall.
Das Video oben zeigt eindrucksvoll, wie das Schloss heute aussieht und warum es die Menschen in seinen Bann zieht.



