Ostsee-Wal Timmy erneut gestrandet: Dritte Strandung binnen einer Woche in Wismarer Bucht
Der Buckelwal Timmy kommt einfach nicht los aus der Ostsee. Das etwa 15 Meter lange Tier ist erneut gestrandet - mittlerweile zum dritten Mal innerhalb einer einzigen Woche. Nach seiner zweiten selbstständigen Befreiung schaffte der Meeressäuger gerade einmal 800 Meter, bevor er erneut festsaß. Der rettende Atlantik scheint für den Riesen immer unerreichbarer zu werden.
Klagende Laute und erneute Fehlnavigation
Die Töne, die Timmy von sich gibt, klingen kläglich und erinnern fast an Husten. Benannt wurde der Wal nach seinem ersten Fundort am Timmendorfer Strand. Am späten Sonntagabend hatte es das Tier noch geschafft, die Untiefe etwa einen Kilometer vor der Seebrücke zu verlassen. Doch statt nach Nordwesten aus der Bucht zu schwimmen, bog Timmy genau in die entgegengesetzte Richtung ab und strandete 800 Meter weiter südöstlich erneut.
Touristen und Einwohner an der Ostsee werden den Wal heute noch näher am Ufer sehen können. Der Kopf der Seebrücke ist mittlerweile nur noch etwa 600 Meter entfernt, was die Situation für das Tier zunehmend kritischer macht.
Das Wal-Drama in der Wismarer Bucht
In der Nacht auf Sonntag war es dem Wal zunächst gelungen, mit dem steigenden Wasserstand in der Wismarbucht freizukommen. Bereits am Freitagabend hatte das Tier nach seiner ersten Strandung auf einer Sandbank bei Timmendorfer Strand eine Fehlentscheidung getroffen: Statt in den Norden zu schwimmen, drehte es nach Südosten ab. Dadurch verirrte sich Timmy zunächst vor Boltenhagen und landete schließlich in der Wismarer Bucht, dem südlichsten Punkt der Ostsee.
Claus Tantzen vom Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern bestätigte, dass sich der Wal am Sonntag aus eigener Kraft befreien konnte, aber dennoch in der Bucht festsitzt. Ein Sprecher des Ministeriums unterstrich diese Aussage und verwies auf die anhaltend kritische Situation.
Wie Timmy zu seinem Namen kam
Das Drama um den mehrfach gestrandeten Meeressäuger beschäftigte auch die Öffentlichkeit und Prominente. Die fiktive Figur Horst Schlämmer, dargestellt von Comedy-Star Hape Kerkeling, gestaltete für eine Titelseite eine Zeichnung des Wals und gab ihm den Namen „Timmy“. Dieser Name leitet sich vom Timmendorfer Strand ab, wo das Tier ursprünglich zum ersten Mal gestrandet war.
Während des erneuten Feststeckens machte es sich sogar eine Möwe auf dem Rücken des Wals bequem - ein Bild, das die prekäre Situation des Meeressäugers unterstreicht. Experten beobachten die Entwicklung weiterhin mit Sorge, da jeder weitere Strandungsversuch die Kräfte des Tieres weiter schwächt und seine Überlebenschancen verringert.



