Winterliche Baustopps bei 100-Millionen-Investitionen in Vorpommern-Greifswald
Der harte Winter setzt den ambitionierten Bauvorhaben des Landkreises Vorpommern-Greifswald aktuell erheblich zu. Frostige Temperaturen und Schneefälle führen bei zahlreichen Großprojekten zu ungeplanten Unterbrechungen, obwohl insgesamt rund 100 Millionen Euro in Schulen, Rettungswachen, Sporthallen und das neue Gefahrenabwehrzentrum fließen sollen. Landrat Michael Sack (CDU) zeigt sich dennoch optimistisch, dass die meisten Vorhaben innerhalb ihrer finanziellen Rahmen bleiben werden.
Gefahrenabwehrzentrum und Berufsbildungszentrum pausieren
Beim Neubau des Gefahrenabwehrzentrums in Greifswald, direkt gegenüber der Kreisverwaltung, ruhen die Arbeiten seit Kalenderwoche 5 witterungsbedingt. Zwar ist das Erdgeschoss im Rohbau bereits fertiggestellt und das erste Obergeschoss begonnen, doch der aktuelle Baustopp kostet Zeit und Geld. „Das kostet uns Zeit und auch ein wenig Geld“, kommentiert Landrat Michael Sack die Situation. Dennoch bleibt man zuversichtlich, im gesetzten Kostenrahmen von 33,6 Millionen Euro zu bleiben, da ausgeschriebene Leistungen unter dem Budget lagen und so Puffer vorhanden sind. Die Fertigstellung ist für 2027 vorgesehen.
Ebenfalls betroffen ist der Neubau des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums (RBB) in Greifswald. Der geplante Rohbaustart im Februar 2026 verschiebt sich, da Grundleitungen aufgrund von Frost und Schnee nicht eingebracht werden können. Die weiteren Ausschreibungen sind ab dem zweiten Quartal 2026 geplant, mit Gesamtkosten von etwa 55,4 Millionen Euro, wovon rund 80 Prozent gefördert werden.
Weitere Projekte mit Verzögerungen und Fortschritten
Loitzer Grundschule: Der Umbau zum Landes-Förderzentrum für emotionale und soziale Entwicklung verzögert sich um etwa ein halbes Jahr auf den 30. Oktober 2026. Ursachen sind zusätzliche statische Ertüchtigungen am Dachstuhl und erforderliche Schadstoffsanierungen. Der Kostenrahmen von circa 11 Millionen Euro, inklusive etwa 5 Millionen Euro Fördermittel, soll jedoch ausreichen.
Lilienthal-Gymnasium Anklam: Die energetische Sanierung soll bis Frühjahr 2026 abgeschlossen sein. Aktuell läuft der Innenausbau, während Treppenhaus mit Aufzug und Außenanlagen nach der Frostperiode folgen. Die Kosten belaufen sich auf etwa 3 Millionen Euro, mit rund 800.000 Euro aus dem MV-Schutzfonds.
Rettungswesen: Mehrere Rettungswachen-Projekte verzeichnen Fortschritte und Verzögerungen. In Hintersee ruht die Baustelle witterungsbedingt, während in Trassenheide die Planungsleistungen ausgeschrieben sind und die Fertigstellung für 2027 vorgesehen ist.
Optimismus trotz Herausforderungen
Insgesamt führt die Witterung insbesondere bei Rohbau-, Leitungs- und Außenarbeiten zu spürbaren Verzögerungen. Viele Projekte halten jedoch ihre kalkulierten Budgets ein, und weitere Ausschreibungen sowie Planungsvergaben werden fortgesetzt. Landrat Michael Sack betont: „Ziel sei es, die vielen einzelnen Verwaltungsgebäude in Anklam endlich zusammenzuführen.“ Trotz der Rückschläge bleibt er zuversichtlich, dass 2026 ein gutes Jahr für die Bauvorhaben wird, insbesondere im schulischen Bereich, wo man gut für die kommenden Jahre aufgestellt sei.



