CDU und SPD starten Koalitionsverhandlungen in Rheinland-Pfalz
Nach intensiven Sondierungsgesprächen gehen die Christdemokraten und Sozialdemokraten in Rheinland-Pfalz nun in die heiße Phase der Regierungsbildung über. Der designierte Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) und der noch amtierende Regierungschef Alexander Schweitzer (SPD) gaben in Mainz bekannt, dass die vorbereitenden Gespräche erfolgreich abgeschlossen wurden und nun offizielle Koalitionsverhandlungen beginnen.
Erste Große Koalition für das Bundesland
Es wäre die erste Große Koalition in der Geschichte von Rheinland-Pfalz. Beide Parteien betonten das konstruktive Klima während der Sondierungen. "Es hat in den Gesprächen ein gutes Miteinander gegeben", erklärte Schnieder. Schweitzer sprach von intensiven Diskussionen, bei denen man schnell gemeinsame Positionen gefunden habe. In verschiedenen Arbeitsgruppen soll nun der detaillierte Koalitionsvertrag ausgehandelt werden.
Keine alternativen Mehrheiten möglich
Die politische Landschaft nach der Landtagswahl am 22. März lässt keine anderen Regierungskonstellationen zu:
- Die CDU ging erstmals seit 35 Jahren als stärkste Kraft aus der Wahl hervor
- Die SPD wurde zweitstärkste Partei
- Die AfD konnte ihr Ergebnis deutlich verbessern
- Die Grünen bleiben im Landtag vertreten
Beide Volksparteien haben eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausgeschlossen. Weder Schwarz-Grün noch Rot-Grün erreichen eine Mehrheit. Die FDP, die zuvor zehn Jahre an der Regierung beteiligt war, schaffte den Wiedereinzug nicht. Auch die Freien Wähler und die Linke sind nicht im neuen Landtag vertreten.
Zeitplan und nächste Schritte
Die Sondierungsgespräche hatten vier Tage nach der Wahl begonnen und wurden nach knapp zwei Wochen – inklusive der Osterfeiertage – abgeschlossen. Der Prozess verlief weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Sitzverteilung im neuen Landtag:
- CDU: 39 Sitze
- SPD: 32 Sitze
- AfD: 24 Sitze
- Grüne: 10 Sitze
Der Landtag wird sich voraussichtlich am 18. Mai – dem Verfassungstag – konstituieren. Traditionell findet an diesem Tag auch die Wahl des neuen Ministerpräsidenten statt. Bis dahin sollen die Koalitionsverhandlungen abgeschlossen und der Regierungsvertrag unterzeichnet sein.



