In Polen steht ein langes Wochenende bevor. Neben dem 1. Mai, dem Tag der Arbeit, der auch in Polen ein gesetzlicher Feiertag ist, wird am Sonntag, dem 3. Mai, der polnische Nationalfeiertag „Tag der Verfassung“ gefeiert. Dieses Jahr fällt der 3. Mai auf einen Sonntag.
Verfassung von 1791: Ein Meilenstein
Der Nationalfeiertag erinnert an die Verabschiedung der polnischen Verfassung am 3. Mai 1791. Diese gilt als eine der ersten modernen Verfassungen der Welt und als bedeutender Meilenstein der europäischen Rechtsgeschichte. Sie wurde in einer Zeit verabschiedet, als Polen von den Nachbarmächten Russland, Preußen und Österreich bedroht wurde. Ziel war es, die Souveränität Polens zu stärken. Die Verfassung führte wichtige Reformen ein, darunter die Gewaltenteilung in Legislative, Exekutive und Judikative. Zudem schränkte sie die Macht des Adels ein und stärkte die Rechte der Bürger.
Der „Tag der Verfassung“ wurde bereits 1791 erstmals gefeiert, jedoch während der Teilungen Polens verboten. Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit 1918 wurde er wieder eingeführt, erneut verboten und schließlich nach dem Fall des Kommunismus zum dritten Mal etabliert. Heute wird der Feiertag in vielen polnischen Städten mit Paraden, patriotischen Veranstaltungen und Konzerten begangen.
Hexenmarkt im Schloss der Pommerschen Herzöge
Bereits am Donnerstag, dem 30. April, und Freitag, dem 1. Mai, lohnt sich ein Besuch in Szczecin (Stettin). Das Schloss der Pommerschen Herzöge verwandelt sich dann in einen Ort voller Magie und Geschichte. Auf dem Hexenmarkt erwartet die Besucher ein vielfältiges Angebot: Kunsthandwerk, Kräuter, Keramik, Schmuck und regionale Spezialitäten. Dazu gibt es Vorträge, Workshops, Märchen und historische Bezüge rund um Sidonia von Borcke. Abendliche Konzerte runden das Programm ab. Der Eintritt ist frei.



