Führerscheinprüfungen in Sachsen-Anhalt: Rekordzahlen, aber hohe Durchfallquoten halten an
Die theoretischen Führerscheinprüfungen in Sachsen-Anhalt haben im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Laut dem TÜV-Verband wurden knapp 47.500 Theorieprüfungen abgenommen, was etwa 900 mehr als im Vorjahr entspricht. Parallel dazu stieg die Zahl der praktischen Fahrprüfungen um über 3.000 auf mehr als 42.600.
Hohe Durchfallquoten bleiben ein Problem
Trotz der gestiegenen Prüfungszahlen bleibt die Durchfallquote besorgniserregend hoch. In Sachsen-Anhalt fielen 45 Prozent der theoretischen Prüfungen durch, was nach Berlin die zweithöchste Quote in Deutschland darstellt. Bundesweit lag die Durchfallquote bei 41 Prozent. Auch bei den praktischen Prüfungen liegt Sachsen-Anhalt mit einer Quote von 36 Prozent im Spitzenfeld, vergleichbar mit Stadtstaaten wie Berlin und Hamburg sowie dem Saarland.
Fahrschulen melden starke Einbrüche bei Anmeldungen
Fahrschulen in Sachsen-Anhalt berichten von erheblichen Rückgängen bei den Anmeldezahlen, teilweise bis zu 70 Prozent. Reiner Nuthmann, Vorsitzender des Fahrlehrerverbands Sachsen-Anhalt, äußerte sich besorgt über diese Entwicklung. Die Debatte um günstigere Führerscheine, zu der Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) eine Reform plant, verschärft die Situation. Der Verband hatte die Pläne Anfang des Monats kritisiert.
Mögliche Ursachen für die hohen Durchfallquoten
In der Vergangenheit hat der Fahrlehrerverband versucht, die gestiegenen Durchfallquoten mit einem zunehmenden Migrationsanteil unter den Prüflingen zu erklären. Insbesondere bei den theoretischen Prüfungen seien Schwierigkeiten bei Personen erkennbar, die Deutsch nicht als Muttersprache gelernt haben. Diese Faktoren könnten zu den anhaltend hohen Quoten beitragen, während gleichzeitig die Gesamtzahl der Prüfungen steigt.



