Nancy Aris bleibt sächsische Landesbeauftragte für DDR-Aufarbeitung
Der Sächsische Landtag hat Nancy Aris am Mittwoch für weitere fünf Jahre als Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gewählt. Damit setzt das Parlament ein deutliches Zeichen für die Kontinuität in der historischen Aufarbeitungsarbeit des Freistaates.
Herausforderungen durch den Generationswechsel
In ihrer ersten Stellungnahme nach der Wiederwahl betonte Aris die besonderen Herausforderungen der kommenden Jahre: „In der DDR-Aufarbeitung stehen wir vor großen Aufgaben: Unsere Zeitzeuginnen und Zeitzeugen werden weniger, viele ehrenamtlich Engagierte sind in die Jahre gekommen. Wir erleben einen fundamentalen Generationswechsel.“
Die Landesbeauftragte verwies darauf, dass die direkten Zeugen von Unrecht in der DDR entweder hochbetagt sind oder bereits verstorben sind. Dennoch dürfe ihr Schicksal als Mahnung für Gegenwart und Zukunft nicht in Vergessenheit geraten.
Finanzielle Engpässe bremsen Bildungsarbeit
Ein zentrales Problem sieht Aris in der angespannten Haushaltslage des Landes: „Die finanzielle Situation setzt uns klare Grenzen und bremst die dringend notwendige Bildungsarbeit in den Gedenkstätten aus. Gerade Angebote für jüngere Menschen müssten intensiv weiterentwickelt werden.“
Nach ihren Worten bleibt zivilgesellschaftliches Engagement zwar unverzichtbar, doch staatliche Einrichtungen müssten eine größere Verantwortung für die dauerhafte Sicherung und Vermittlung des Wissens übernehmen.
Aufgaben der Landesbeauftragten
Die Sächsische Landesbeauftragte hat folgende Kernaufgaben:
- Unterstützung von Menschen, die in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR politisch verfolgt wurden
- Förderung der historisch-politischen Bildung
- Einbringen der Perspektiven von DDR-Unrechtsbetroffenen in gesellschaftliche und politische Debatten
Aris betonte, dass die Aufarbeitung der DDR-Diktatur nicht nur eine historische, sondern auch eine zutiefst gegenwartsbezogene Aufgabe sei. Die Erfahrungen mit staatlicher Willkür und Unterdrückung besäßen bleibende Relevanz für die demokratische Gesellschaft von heute.



