Rostocker Schwimmhallen-Projekt: Bedarf groß, Finanzierung ungewiss
Der geplante Neubau einer Schwimmhalle im Rostocker Nordwesten ist grundsätzlich zu begrüßen, doch die finanzielle Situation der Hansestadt stellt ein erhebliches Hindernis dar. Trotz einer bereits vorliegenden Vorzugsvariante fehlen der Stadtverwaltung derzeit die notwendigen Mittel für die Realisierung des Bauprojekts.
Dringender Bedarf im Nordwesten der Hansestadt
Zwischen den Stadtteilen Evershagen und Groß Klein leben bis zu 60.000 Menschen, die dringend auf eine moderne Schwimmhalle angewiesen sind. Besonders für den Schulschwimmunterricht und Rehabilitationsangebote für ältere Bürgerinnen und Bürger im Nordwesten Rostocks wäre ein neues Hallenbad von unschätzbarem Wert. Der Standort am Hamburger Tor bei der Hanse Messe bietet sich hierfür ideal an.
Sportvereine fordern mehr Wasserflächen
In einer Sportstadt wie Rostock ist der Schwimmsport von zentraler Bedeutung. Der Stadtsportbund weist zu Recht auf den akuten Mangel an Wasserflächen für Training und Wettkämpfe hin. Die bestehende Neptun-Schwimmhalle ist nicht nur vollständig ausgelastet, sondern regelmäßig überlastet, was die Situation für die zahlreichen Vereine verschärft.
Es ist daher positiv zu bewerten, dass die Stadtverwaltung die Planungen für eine neue Schwimmhalle vorantreibt und sich in der aktuellen Beschlussvorlage für die Rostocker Bürgerschaft auf einen Hallenneubau am Hamburger Tor festgelegt hat.
Finanzielle Herausforderungen bremsen das Projekt
Allerdings muss man sich der Realität stellen: Als das Schwimmhallenprojekt vor Jahren konzipiert wurde, befand sich die Hansestadt in einer deutlich besseren finanziellen Lage. Heute steckt Rostock tief in den roten Zahlen, was die Umsetzung des Vorhabens ernsthaft gefährdet.
Dies spiegelt sich auch in den vorsichtigen Formulierungen der Stadtverwaltung wider. In der Beschlussvorlage ist von „Entwicklungsflexibilität“ im Quartier die Rede, die weitgehend unabhängig von der Realisierung der Schwimmhalle erfolgen könne. Praktisch bedeutet dies: Die Rostockerinnen und Rostocker sollten nicht damit rechnen, dass am Hamburger Tor in absehbarer Zeit die Bagger rollen werden.
Die Eishalle in der Schillingallee wird derweil ertüchtigt, was ausreichend erscheint. Eine zweite Eishalle im Nordwesten ist nicht notwendig, während der Bedarf für ein neues Hallenbad unbestritten bleibt. Die Diskrepanz zwischen dringendem Bedarf und fehlenden finanziellen Mitteln stellt die Hansestadt vor eine schwierige Herausforderung.



