Sachsens Pendlerrekord: So viele Berufspendler wie vor 25 Jahren
Die Zahl der sächsischen Beschäftigten, die für ihre Arbeit in andere Bundesländer pendeln, hat einen historischen Höchststand erreicht. Mit rund 160.000 Menschen, die Mitte 2025 außerhalb des Freistaats arbeiteten, wurde der höchste Wert seit dem Jahr 2000 verzeichnet. Das entspricht einem Anstieg von 2.100 Personen im Vergleich zum Vorjahr und bedeutet, dass jeder zehnte sächsische Beschäftigte seinen Arbeitsplatz in einem anderen Bundesland hat.
Bessere Bezahlung als Haupttreiber für Pendlerbewegungen
Die überwiegende Mehrheit der Berufspendler aus Sachsen zieht es in die westlichen Bundesländer. Gut die Hälfte, etwa 82.400 Menschen, arbeitet in Regionen wie Bayern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen. Der Grund dafür ist eindeutig: Die Bezahlung in Westdeutschland liegt deutlich höher als im Osten. Während der durchschnittliche Lohn (Median) in den westlichen Bundesländern bei 4.117 Euro liegt, beträgt er in Sachsen nur 3.388 Euro – eine Differenz von 729 Euro.
Aber auch in den Nachbarbundesländern Thüringen und Sachsen-Anhalt sowie in der Hauptstadt Berlin haben viele sächsische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Beschäftigung gefunden. Knapp 68.000 oder 38 Prozent der Berufspendler arbeiten in diesen Regionen.
Sachsen als Ziel für Einpendler weniger attraktiv
Während viele Sachsen für ihren Job das Bundesland verlassen, ist der Freistaat als Ziel für Berufspendler aus anderen Regionen weniger attraktiv. Der Pendlersaldo bleibt negativ: Es verlassen rund 15.000 Menschen mehr das Bundesland für die Arbeit, als dass Beschäftigte von auswärts nach Sachsen kommen. Die Zahl der sogenannten Einpendler sank von 2024 auf 2025 um etwa 700 auf 144.700.
Fachkräftemangel als Herausforderung für Sachsen
Angesichts des hohen Fachkräftebedarfs kann sich Sachsen diese Abwanderung nicht mehr leisten, betonte Klaus-Peter Hansen, Chef der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit. „Um Arbeitskräfte zu gewinnen und zu halten, sind Arbeitgeber gut beraten, wenn sie sich attraktiv aufstellen.“ Die Vergütung spiele dabei eine zentrale Rolle, aber auch Faktoren wie Image, Fortbildungsmöglichkeiten oder flexible Arbeitszeitmodelle seien für Arbeitnehmer entscheidend.
Die aktuellen Zahlen unterstreichen die anhaltenden regionalen Disparitäten auf dem Arbeitsmarkt und die Notwendigkeit für Sachsen, seine Attraktivität als Arbeitsstandort zu steigern.



