Thüringen führt bei rechtsextremen Musikveranstaltungen
Thüringen bleibt weiterhin die Hochburg für offen angekündigte rechtsextreme Musikveranstaltungen in Deutschland. Im Jahr 2025 fanden hier bundesweit die meisten dieser Events statt, wie aus einer aktuellen parlamentarischen Anfrage hervorgeht.
Zahlen belegen deutlichen Schwerpunkt
Von insgesamt 193 deutschlandweit registrierten und offen angekündigten Veranstaltungen mit rechtsextremen Musikbeiträgen wurden mehr als 80 in Thüringen durchgeführt. Dies entspricht einem Anteil von über 40 Prozent aller erfassten Events. Der regionale Schwerpunkt liegt dabei eindeutig im Süden des Freistaats, wo ein bestimmter Ort besonders häufig als Austragungsort diente.
Die Polizei erfasste im selben Zeitraum bundesweit 345 Konzerte, Liederabende oder ähnliche Veranstaltungen mit rechtsextremer Musik. In dieser Gesamtzahl sind auch sogenannte sonstige Veranstaltungen mit Musikdarbietungen enthalten, die beispielsweise im Rahmen von Demonstrationen stattfanden.
Forderungen nach konsequentem Handeln
Die Linke-Bundestagsabgeordnete Mandy Eißing, die die Kleine Anfrage an die Bundesregierung stellte, mahnt ein entschlosseneres Vorgehen gegen die rechtsextreme Musikszene an. Sie betont, dass vor allem auf Landesebene dringender Handlungsbedarf bestehe.
„Es braucht bessere Informationsstrukturen, ein entschlossenes Einschreiten der Sicherheitsbehörden und strenge Auflagen für Veranstalter“, schreibt Eißing in einer offiziellen Mitteilung. Sie weist darauf hin, dass es sich bei diesen Events keineswegs um harmlose Partys handle: „Sie sind Geldquellen, Rekrutierungsevents und ideologische Plattformen für die extreme Rechte.“
Regionale Verteilung und Nachbarbundesland
Neben Thüringen verzeichnete auch das Nachbarbundesland Sachsen eine signifikante Anzahl rechtsextremer Konzerte. Die regionale Konzentration im südlichen Thüringen unterstreicht die Notwendigkeit gezielter regionaler Maßnahmen. Die Antwort der Bundesregierung auf die parlamentarische Anfrage liefert damit erstmals detaillierte Zahlen zur Verbreitung dieser Veranstaltungsform.
Die Daten zeigen deutlich, dass rechtsextreme Musikveranstaltungen kein Randphänomen mehr darstellen, sondern in bestimmten Regionen Deutschlands fest etabliert sind. Experten warnen seit langem vor der ideologischen und finanziellen Bedeutung dieser Events für die extreme Rechte.



