Vor fast 50 Jahren krönte sich die Fußball-Nationalmannschaft der DDR mit dem Olympiasieg in Montreal zum erfolgreichsten Team ihrer Geschichte. Am 31. Juli 1976 besiegten die Staatsamateure im Endspiel Polen mit 3:1 und holten die Goldmedaille. Ein halbes Jahrhundert später kamen acht der damaligen Spieler erstmals in Rostock zusammen. „Wir haben festgestellt, dass es Zeit wurde, weil wir fast keine Zeit mehr haben“, sagte Gerd Kische, der gemeinsam mit dem Drittligisten Hansa Rostock das Treffen organisierte.
Programm mit Talk und Stadionbesuch
Das Programm der Zusammenkunft ist umfangreich: Ein Talk am Abend im Ostseestadion sowie ein Besuch der Partie von Hansa Rostock gegen Jahn Regensburg am Samstag stehen auf dem Plan. Dazwischen bleibt viel Zeit, um in Erinnerungen zu schwelgen. „Es war ein Sieg für die Ewigkeit. Das kann und wird uns niemand nehmen“, betonte Hartmut Schade in einer Medienrunde.
Doppelschlag legt Grundstein
Schade, der für Dynamo Dresden spielte, erzielte das 1:0 gegen Polen, das zwei Jahre zuvor bei der Weltmeisterschaft in Deutschland den dritten Platz belegt hatte. Nur sieben Minuten später erhöhte Martin Hoffmann vom 1. FC Magdeburg auf 2:0. Selbst der Anschlusstreffer von Grzegorz Lato nach einer Stunde brachte die DDR-Elf nicht aus dem Konzept. Der 2016 verstorbene Reinhard Häfner von Dynamo Dresden sorgte mit einem Solo in der 84. Minute für die Entscheidung zum 3:1. „Das war eine Erlösung und die Entscheidung“, sagte Hoffmann, der zwei Jahre zuvor mit dem 1. FC Magdeburg den Europapokal der Pokalsieger gewonnen hatte.
Bewusstsein für die historische Leistung
Trotz des erneuten Finalsieges brauchte der erfolgreichste Magdeburger Spieler einen Moment, um die Bedeutung des Spiels zu erfassen: „Ich war erst mal glücklich, das Spiel zu gewinnen. Die Wertigkeit ist uns allen erst später bewusst geworden.“ Der Olympiasieg von Montreal bleibt der größte Erfolg in der Geschichte der DDR-Fußballnationalmannschaft.



