Basketball-Bundesliga: Riesen-Aufreger nach Ballwurf auf Schiedsrichter
Im Baden-Württemberg-Derby der Easycredit Basketball Bundesliga hat ein Vorfall für massive Kontroversen gesorgt. Die MLP Academics Heidelberg verloren gegen die MHP Riesen Ludwigsburg mit 73:83, doch im Nachhinein dominierte ein einziger Moment die Diskussionen: die Disqualifikation von Heidelberg-Star Michael Weathers nur 15 Sekunden vor Spielende.
Die umstrittene Szene im Detail
Bei einem Stand von 72:81 zog Weathers trotz der bereits entschiedenen Partie noch einmal zum Korb und wurde von Stefan Smith gefoult. Anschließend warf der 28-Jährige den Ball locker in Richtung von Schiedsrichter Gentian Cici, der sich in diesem Moment abgewandt hatte. Der Ball traf den Unparteiischen, was sofort zu einem disqualifizierenden Foul führte.
Dyn-Kommentator Ralf Schmidt zeigte sich zunächst verwirrt, als er die Szene live sah: „Was ist jetzt gerade passiert? Disqualifizierendes Foul hat er angezeigt?!?“ Nachdem er die Wiederholung gesehen hatte, fiel sein Urteil deutlich härter aus: „Oh Mann! Er schmeißt den Ball Richtung Schiedsrichter! Was ein Idiot! Entschuldigung, ich kann es nicht anders sagen.“
Folgen für Heidelbergs Abstiegskampf
Die Entscheidung der Schiedsrichter könnte schwerwiegende Konsequenzen haben. Ein disqualifizierendes Foul zieht mindestens eine Spielsperre nach sich, was bedeutet, dass Weathers im wichtigen Auswärtsspiel bei den EWE Baskets Oldenburg fehlen würde. Schmidt fragte besorgt: „Mamma mia. Entscheidet diese Szene über den Klassenerhalt in der Easycredit BBL?“
Mit nur vier Spieltagen vor Saisonende liegt Heidelberg als Tabellensiebzehnter weiterhin zwei Siege vom rettenden Ufer entfernt. Der Verlust ihres Top-Scorers, der in dieser Partie mit nur 4 Punkten deutlich unter seinem Saisonschnitt von 14,0 blieb, wäre eine herbe Schwächung im ohnehin schon angespannten Abstiegskampf.
Kontroverse Reaktionen und Interpretationen
Weathers selbst zeigte sich nach der Entscheidung fassungslos und stampfte wütend in die Kabine. Im Basketball ist es durchaus üblich, den Ball nach einem Foulpfiff zu einem der Schiedsrichter zu passen, damit dieser ihn wieder ins Spiel bringen kann. Mannschaftskollege Marcel Keßen äußerte Verständnis für diese Sichtweise: „Eine schwierige Entscheidung. Es ist natürlich sehr, sehr tough, dafür disqualifiziert zu werden.“
Interims-Trainer Carlo Finetti ließ die Szene zwar per Video überprüfen, doch die Schiedsrichter blieben bei ihrer strengen Auslegung. Schmidt hielt trotz der möglichen Folgen für Heidelberg an seiner kritischen Einschätzung fest: „Er darf nicht so doof sein und überhaupt den Ball da in die Richtung werfen. Ich bleibe da auch bei meinem ersten Urteil. Frust hin, Frust her. Du bist Profi.“
Die Partie selbst war bis zum Schluss eng und verzeichnete insgesamt 13 Führungswechsel, bevor Ludwigsburg sich in den letzten Minuten absetzen konnte. Doch all diese sportlichen Aspekte traten nach dem spektakulären Vorfall mit Weathers komplett in den Hintergrund.



