Deutsches Super-Talent wagt Sprung in die NBA
Vor gerade einmal einem Jahr kämpfte Hannes Steinbach (19) noch mit den Würzburg Baskets in der Easycredit Basketball-Bundesliga gegen Gegner wie Göttingen, Vechta oder Weißenfels. In der kommenden Saison könnte das deutsche Ausnahmetalent bereits gegen Weltklasse-Teams wie die Los Angeles Lakers, Golden State Warriors oder Chicago Bulls auf dem Parkett stehen. Nach nur einer einzigen Saison auf College-Niveau hat sich der Würzburger jetzt offiziell für den NBA-Draft angemeldet, wie sein Berater Dragan Jankovski von der Agentur Beo Basket gegenüber US-Medien bestätigte.
Historische Draft-Aussichten für deutschen Big Man
Die jährliche Talentevergabe der besten Basketballspieler aus dem College-Bereich und internationalen Ligen findet am 23. und 24. Juni im Barclays Center in New York statt. Fachleute und Scouts gehen davon aus, dass Steinbach dabei bereits in der ersten Runde ausgewählt werden könnte – eine außergewöhnliche Entwicklung für einen deutschen Spieler nach nur einem Jahr im US-College-System.
Hinter dem 2,04 Meter großen und 106 Kilogramm schweren Big Man liegt eine beeindruckende Debütsaison. Seine Washington Huskies verpassten zwar die Teilnahme am legendären Final-Turnier „March Madness“, doch Steinbach machte mit herausragenden Leistungen auf sich aufmerksam. Mit durchschnittlich 18,3 Punkten und 11,6 Rebounds pro Spiel etablierte er sich als dominante Kraft unter dem Korb. Besonders bemerkenswert: Mit 19 sogenannten „Double-Doubles“ hält er nicht nur den Freshman-Rekord seiner Universität, sondern stellte gleichzeitig den besten Wert eines Big-Ten-Freshman seit der Saison 1996/97 auf.
Basketball liegt in der Familie
„Er wurde einfach besser und besser und besser“, zeigt sich sein College-Coach Danny Sprinkle in der „Seattle Times“ beeindruckt. Die Basketball-Begabung scheint Steinbach tatsächlich in die Wiege gelegt worden zu sein. Sein Vater Burkhard (55) spielte in den 1990er Jahren gemeinsam mit dem jungen Dirk Nowitzki (47) bei den Würzburg Baskets in der Bundesliga. In einem Training schlug er dem späteren NBA-Superstar sogar versehentlich einen Schneidezahn aus – eine Anekdote, die heute Teil der deutschen Basketball-Folklore ist.
„Er hat eine angeborene Begabung, den Ball zu rebounden“, lobt Coach Sprinkle die natürlichen Fähigkeiten seines Schützlings. „Und sein Gefühl für das Spiel ist einfach enorm. Wir wussten, dass er gut sein würde, aber dass er als Freshman gleich auf diesem Niveau spielen würde? Niemand konnte das voraussehen. Wir dachten eigentlich, wir würden ihn mindestens zwei Jahre bei uns haben.“
Deutsche Welle in der NBA könnte weiter wachsen
Neben Steinbach hat sich mit Christian Anderson (20) ein weiterer deutscher Nachwuchsspieler für den NBA-Draft angemeldet. Der Aufbauspieler von Texas Tech hat ebenfalls gute Aussichten, in der ersten Runde ausgewählt zu werden. Aktuell stehen bereits sieben deutsche Spieler in der NBA unter Vertrag: Dennis Schröder (32/Cleveland Cavaliers), Titelverteidiger Isaiah Hartenstein (27/Oklahoma City Thunder), die Brüder Franz (24) und Moritz (28) Wagner, Tristan da Silva (24/alle Orlando Magic), Ariel Hukporti (24/New York Knicks) sowie Maxi Kleber (34/Los Angeles Lakers).
Laut aktuellen Vorhersagen und Mock Drafts könnte Steinbach zwischen Position 13 und 15 von einem NBA-Klub ausgewählt werden. Theoretisch besteht für beide deutschen Talente noch die Möglichkeit, sich bis Ende Mai von der Draft-Liste streichen zu lassen und weiter am College zu bleiben, sollten sich ihre Chancen in den kommenden Wochen unerwartet verschlechtern. Doch die Zeichen stehen deutlich auf NBA für das deutsche Super-Talent aus Würzburg.



